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Sinkender Lebensstandard seit Euro Einführung?

Dieses Thema im Forum "Finanzen, Altersvorsorge + Rente" wurde erstellt von Canadian, 23 Juni 2007.

  1. Canadian

    Canadian Neuer Benutzer

    Es hieß ja schon von Beginn an . Euro =Teuro ! Das wissen wir alle und haben es auch gemerkt..

    Nun finde ich wird es aber immer extremer... Der Lebensstandard sinkt meiner Meinung nach immer mehr... Angefangen beim Auto..bei den Spritpreisen verzichte ich gerne mal nur so zum Spaß am Rhein entlang zu fahren...

    Früher wenn wir Heizöl bekamen, bezahlte ich das gleiche in DM wie heute in Euro... Strom.. genau das gleiche.. das heißt bei beiden sachen wird gespart...

    Ganz gewaltig finde ich kommt es bei den Lebensmitteln zum tragen.. Wenn ich früher für 50 DM eingekauft habe hatte ich den Wagen voll.. dann hatte ich für die gleichen Produkte 60€ zu zahlen, heute bin ich fast bei 80€ und kaufe nichts anderes ein.

    Da fallen dann eben Extras für den Sohn ins Wasser oder es kommt eben weniger Fleisch auf den Tisch..

    Das heißt für mich auch mein Lebensstandard sinkt, denn ich kaufe nicht das was ich gerne möchte sondern was günstig ist....

    Essen gehen, Kino ist doch heute Luxus pur!

    Hier mal einen Link vom Stern mit dem Vergleich einiger Produkte 2001 zu 2003..

    http://www.stern.de/wirtschaft/geld/518721.html?eid=518753&s=1

    Geht es euch ebenso, dass Euer Lebensstandard sinkt durch den Euro?
     


  2. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Ja im Prinzip kann ich Dir nur zustimmen.

    Ich kaufe halt Lebensmittel sehr günstig ein, weil Fleisch vom Metzger ist nicht drin. Wir essen ohnehin so gut wie gar kein Fleisch.
    Klamotten gibt's von Kik oder Takko, ist mir nicht wichtig, Hauptsache ich hab was an. Wird bei den Tieren ja doch nur schmutzig und geht schnell kaputt.
    Ich fahre nicht viel mit dem Auto, im Jahr vielleicht um die 6.000-7.000 km, deshalb kann ich mir auch ein Auto leisten, das ein wahrer Vieltrinker ist. Ab und zu einen WE-Ausflug laß ich mir auch nicht nehmen.
    Gottlob gibt es ebay, wo man so manches günstiger kaufen kann, Möbel z.B. Jedes WE laufen wir durch einen Flohmarkt, könnte ja sein, daß es da was gibt, was ich grad brauchen kann.

    Das Geld was ich mir hier sparen kann, geben wir bei den Hobbies wieder aus. Männe sammelt seine Videospiele und Bücher und Münzen, ich hab halt den Spleen mit den Pferden und Kutschen sind irre teuer.

    Soll heissen, wenn uns was wichtig ist, dann sind wir auch bereit, viel Geld dafür zu bezahlen. Nachdem wirklich alles was der Mensch so braucht, sehr teuer geworden ist, spart man halt an den nicht so notwendigen Dingen.

    Früher war eine gute Versicherung wichtig, heute habe ich eine, weil ich halt eine haben muß. Die Leistung ist nicht mehr soooo wichtig. Frisör gibt es nur noch zweimal im Jahr, nicht mehr alle paar Wochen. Urlaub ist gestrichen. Renovierungen am Haus machen wir selber.

    Noch würde ich nicht sagen, daß der Lebensstandard gesunken ist, aber er hat sich deutlich verschoben.

    LG, Andrea
     
  3. Enkil

    Enkil Neuer Benutzer

    Euro = Teuro, das war anfangs hauptsächlich durch die Tatsache begründet, dass die Preise zwar fast halbiert wurden, aber von den verschiedenen Preismachern gerne mal wieder auf eine x,99 oder x,50 aufgerundet wurden.

    Die "Halbierung" kam vor allem der Politik und noch mehr den Statistiken zugute. Doch das mulmige Gefühl blieb ... bei den Verbrauchern. Denn die brachte die Währungsreform die Inflation ein bisschen näher an den eigenen Haushalt. Denn Inflation gibt es; fast in jedem modernen Land und mal mehr und mal weniger - darum auch hier.

    Tatsache ist, das die Inflation nicht so stark war, wie wir es fühlten, da hauptsächlich alltägliche Güter teurer wurden (wie eben schon geschrieben, weil Gastwirte und Lebensmittelhändler oder die Drogerie nebenan gerne aufrundete). Teurere Produkte, wie Autos oder Computer blieben im Preis fast gleich, was weniger beachtet wurde und so der Auslöser ist für eine gefühlte Inflation.

    Nicht die ultimative, aber eine Methode um die Inflation zu messen, ist der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes. Das Amt packt alle 4 Jahre einen sogenannten Warenkorb und packt (zurzeit) 750 Artikel des aktuellen Warenmarktes und Dienstleistungsmarktes hinein und vergleicht dann über die Jahre hinweg. Dadurch ergeben sich harte Zahlen und Fakten, die zwar (meiner Meinung nach) dennoch mit Vorsicht zu genießen sind, aber einen Anhaltspunkt dazu geben, ob wirklich alles teurer wird.

    Soviel zur Situation. Das Gefühl, den Gürtel enger schnallen zu müssen, bleibt dennoch. Und es ergibt sich aus einem großen Geflecht aus Wirtschaft und Politik, dem wir uns kaum entziehen können.

    So einige Preisanstiege hat unsere hochgelobte Politik zu verantworten - der Umbau des Krankenkassensystems, der kommen wird, (zeitliche)Kürzung des Kindergeldes, Steuern wie die Erbschaftssteuer,Ökosteuer auf Benzin, die Preiskapriolen der Ölprinzen im fernen Osten noch schmerzhafter macht und so lustige Spielchen wie die Schaumweinsteuer. Ach ja, und die gestiegene Mehrwertsteuer nicht zu vergessen. Und jedesmal nutzt die Wirtschaft die Verwirrung der Verbraucher aus, um ihnen noch ein bisschen mehr Geld abzudrücken.

    Morgentau kann es sich leisten, ihr Geld in die richtigen Kanäle fließen zu lassen, vielleicht macht eine clevere Haushaltsplanung das Leben leichter und den Alltag etwas bunter ;)
     
  4. eagle

    eagle Aktives Mitglied

    sinkender ....

    ja,
    durch die einführung ( welche ohne not geschehen ist, wo der bürger nicht nach gefragt wurde ) der euro-schrottwährung- ist der lebensstandard gewaltig gesunken, und er wird weiter sinken.

    da können weder die sonntagsreden unserer sogenannten "politiker" hinwegtäuschen, noch die "geschönten" statistiken.

    dem arbeitgeber sind für einem arbeiter 1200 euro netto zuviel, dem vermieter sind 500 euro kaltmiete noch zu wenig, eine tankfüllung kostet zwischen 70 und 100 euro, heiz und nebenkosten bis zu 300 euro, und das mit steigender tendenz.

    während die löhne und zulagen stagnieren und sogar auf breiter front gekürzt oder gestrichen werden.

    es kann ja auch nicht lange so weiter gehen, ein grosser europäischer wirtschaftsraum, mit völlig unterschiedlichen löhnen, steuern, preisen und abgaben.

    es ist wohl der preis, den wir für die eu zahlen müssen ( nach ansicht der sogenannten "volksvertreter" )

    nun stellt sich nur die frage wem das ganze nützt, dem ottonormalverbraucher in der bundesrepublik mit sicherheit nicht, den anderen ehemals armen ländern in der eu ganz bestimmt, sind wir doch die haupteinzahler in den eu umverteilungsgeldtöpfen.

    es gibt aber immerhin noch hoffnung, insbesondere nach den letzten eu querelen, das der euro wieder abgeschafft wird.
     
  5. Canadian

    Canadian Neuer Benutzer



    Ob die Kanäle nun richtig oder falsch sind ist wohl auch Ansichtssache!
    Für mich stehen Hobbies und andere Aktivitäten nicht im Vordergrund.
    Wenn ich ein gewisses Budget habe, dann ja, aber ich würde nicht meinen Lebensstandard wegen Hobbies zurückschrauben bzw. einschränken!

    Und mein Leben ist auch ohne große Geldausgaben bunt genug!!

    Wir fahren auch nicht mehr Kilometer im Jahr und ich behaupte von mir, dass ich durchaus eine clevere Haushaltsplanung betreibe.

    Und trotz gleicher Haushaltsführung, trotz guter Planung und zurückschrauben von Wünschen und Anschaffungen bleibt mir deutlich weniger als zu DM-Zeiten.
     
  6. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Zuerst kommt das was für mich an Lebensqualität an 1. Stelle steht. Das muß für mich zu finanzieren sein. Ich denke so handelt jeder, nur sieht das bei jedem anders aus.
    Der eine geht gerne in gute Restaurants, der andere trägt Markenklamotten und ein anderer fährt gerne in tolle Urlaube. Es wird jeder schauen, daß er für seinen Faible Geld abzweigt.

    Ich kann gegen den Euro schimpfen und wettern, denn diese Währung und dieses aufgezwungene vereinte Europa paßt mir ganz und gar nicht, aber ändern kann ich es nicht. Also muß ich das beste draus machen.
    Wenn es mir arg stinkt, schreibe ich wohl wieder mal ans Bundesministerium.

    Sollten wir je wieder zur guten alten DM zurückkehren, was würde sich ändern? Die Inflation bleibt trotzdem. Ich persönlich rechne immer noch in DM um und verkünde laut, daß mir dieses Produkt zu teuer ist, weil das ja soundsoviel Mark sind. Ist mir im Prinzip völlig egal, ob ich Reis von UncleBen's oder von Ja kaufe.

    Geändert für mich hat sich, daß ich kein Sparbuch mehr habe, wo bißchen Geld für schlechte Zeiten liegt. Die letzten Jahre ging es auch ohne, wird also auch in Zukunft so sein.

    Nur würde ich lügen, wenn ich sage, daß es mir schlecht geht. Schlechter vielleicht, aber ich bin (noch) nicht am Boden. Mag sein, daß uns unsere lieben Politiker dahin bringen, aber ich kann nur genießen was ich habe, solange es anhält.

    LG, Andrea
     
  7. eagle

    eagle Aktives Mitglied


    eine gewisse geldentwertung gab es auch zu dm zeiten, aber doch keine 100 und mehr prozent in einigen bereichen.

    es ist nicht nur die weltweit geachtete stabile dm umgetauscht worden in die derzeitige schrottwährung,

    die bundesrepublik, bzw. dessen "volksvertreter" haben die nationale währungshoheit des landes aufgegeben.
    ein folgenschwerer entschluss, dessen auswirkungen noch garnicht absehbar sind.
    andere länder, andere politiker bestimmen über unsere währung ?

    UNGLAUBLICH !
     
  8. Canadian

    Canadian Neuer Benutzer

    Uns wird doch immer wieder erklärt, dass nichts teurer geworden wäre, einiges sogar günstiger ist als zu DM-Zeiten..
    Merkwürdig nur, dass einem das als Verbraucher nicht auffällt und der Unmut über den Euro immer mehr zunimmt.
    Wo man hin hört wird der DM nachgetrauert..Mehr als zur Einführung!!

    Warum wurden wir nicht gefragt wie es in anderen Ländern zum Teil der Fall war?
    Weil unsere Regierung wußte, dass sie mit einer Volksabstimmung den Bach hinunter gehen würden..

    Dann hätten sie ja nicht mehr mit dem Schwänzen ( das sie gar nicht besitzen) wackeln können..
    Sie hätten ja dann den Status "Melk-Kuh" für die anderen Länder verloren..

    Das Prestige ist unserer Regierung doch wichtiger, als das Wohl des eigenen Volkes.
    Armes Deutschland!!
     
  9. eagle

    eagle Aktives Mitglied



    was nützt es auch wenn elektrogrossgeräte wie waschmaschinen tv etc wirklich günstiger geworden sind, die kauft man ja nicht so oft.

    und trotzdem ist das ein hoher preis, bis auf wenige ausnahmen werden diese geräte nicht mehr in deutschland hergestellt, sondern in fernost.
    bei den pleitegegangenen firmen, einige mit wohlklingenden namen, da hat kein schüler eine möglichkeit auf einen ausbildungsplatz, kein einfacher arbeiter oder arbeiterin die chance auf einen fliessbandarbeitsplatz, der zwar auch wenig atraktiv war, aber doch seinen mann-frau ernährte.

    tja, warum werden wir nicht gefragt ?

    weil die typen ja denn nicht machen können was sie wollen, oder was sie "sollen" z.b. die interessen des grosskapitals vertreten !

    wenn die demokratie etwas bewirken würde hierzulande, wäre sie verboten, aber selbst das ist ja garnicht möglich, man müsste zunächst eine demokratie installieren.

    zum thema melkkuh: im mittelalter nannte man ähnliche zahlungen -tributzahlungen- ne ?

    kommt einem manchmal so vor wie das kaufen von freunden, okay, das hat es immer schon gegeben, wenn auch nicht in solchem gigantischen, selbstzerstörerischen ausmass wie zur zeit.
    wenn das sein muss, dann sollte man sich aber doch seine gekauften freunde etwas genauer ansehen, oder ?
     
  10. Enkil

    Enkil Neuer Benutzer

    Wenn ich mir meine gekauften Freunde genauer ansehe, kommt noch jemand anders auf die Idee und macht dasselbe. Oh und was entdecken wir da alles unerfreuliches? Nene, lieber nicht, denn dann schafft es das liebe Volk doch noch, sich zusammenzuraufen und auf Banner zu schreiben, was ihnen nicht passt.

    Die Diskussion geht offenbar in die Richtung "Politik ist schuld" und das ist vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Denn die Politik ist (aus der Sicht der Bevölkerung) weniger für sie als für die Politiker da. Gibt es den Euphemismus "Diäten" eigentlich auch außerhalb der Politik? Fragt sich eigentlich einer, was das für eine "Diät" ist, wenn einer mehr von etwas bekommt als andere? Ich hab ja nichts dagegen, dass Poltiker mehr Geld kriegen als Otto Normalverbraucher. Aber das sie es dafür bekommen, den Fußboden in den verschiedensten Lobbys zu wischen, scheint mir etwas unangebracht.

    Canadian hat schon richtig gefragt. Ich selbst, kann mich an keine Volksabstimmung erinnern, die sich direkt auf die Wirtschaft bezog. Bin ich zu jung?
     
  11. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Volksabstimmungen sind in DE nicht zulässig. Es müßte das Gesetz geändert werden. Ich meine, daß das eigentlich gar nicht so schwierig sein dürfte.....

    Nee die Preise an sich haben sich nicht geändert. Es wurde nur das DM gegen das EUR getauscht. Dummerweise hat sich mein Einkommen halbiert. Die Kaufkraft ist gesunken, das ist wahr. Nun werde ich mein bißchen Luxus deshalb aber nicht aufgeben, ich gebe das auf, was ich nicht zwingend haben muß. Das wiederum belastet die Wirtschaft.

    Stellt Euch nur mal vor, ALLE würden tatsächlich auf Fahrrad, Busse und Bahnen umsteigen und niemand kauft mehr ein Auto und niemand muß mehr tanken. Nur weil unsere Politiker wissen, daß wir das niemals tun werden, können sie die Preise für Sprit, KFZ-Steuern, etc. endlos in die Höhe schrauben.
    Wir füttern ihre kranken Kopfgeburten mit unserem Verhalten.
    Selbiges gilt auch für Tabak & co. Von den weggeworfenen Pfandflaschen und -dosen leben immerhin schon wieder einige Leute bzw. verdienen sich ein Zubrot.

    Ich glaube unser Anspruchsdenken ist zu berechenbar. Darauf baut dann das Melksystem auf. Sie wissen genau was und wieviel sie uns nehmen dürfen und wir funktionieren immer noch.
    Gefährlich finde ich, wenn das so weitergeht und die Deutschen immer ärmer werden.... Das erinnert mich daran, als Herr Hitler an die Macht kam. Er versprach der hungernden Bevölkerung Brot und Arbeit.... Ist das der Grund, weshalb unsere Politiker keine Ghettobildung wollen, damit der Mob sich nicht erhebt? Denn nur der kann einer Regierung wirklich gefährlich werden. Wir nicht, wir haben noch genug.

    LG, Andrea
     
  12. Enkil

    Enkil Neuer Benutzer

    Als mein Onkel, den ich sehr schätze, das erste Mal sagte: "Uns gehts noch viel zu gut." hab ich ihn nicht verstanden. Das ist jetzt ne ganze Weile her, aber ihm war klar, wohin es gehen musste, damit sich etwas ändert.

    Ich sage nicht, dass dies die einzige Möglichkeit ist, aber er räumt lieber mit einem Hammerschlag auf. Und man sagt ja, der Krug geht so lange zum Wasser bis er bricht. Oder geht die Kuh solange zum Melken bis sie vor Erschöpfung umkippt?

    Das wäre durchaus ein Szenario, aber hier kommen wir wieder zum Lobbyismus, der oben schonmal angesprochen wurde. Es wird immer jemand bevorzugt behandelt und die Deutschen werden nicht alle ärmer. Vielmehr existiert eine Schere zwischen Armut und Reichtum, die sich immer weiter öffnet; die Armen werden ärmer und die Reichen werden reicher. Interessant wird wohl sein, ob die so geschaffene "Oberschicht" einen Umsturz verhindern kann, der dann - kurz bevor die Kuh umkippt - nötig würde.
     
  13. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Das ist die Frage, ob diese Oberschicht das überhaupt will. Die haben längst ihre Schäfchen im Trockenen und sammeln jetzt entspannt noch mehr Reichtümer an. Das ist aber auch im Kommunismus so - manche sind halt gleicher. Es wird immer Leute geben, die mehr Geld und somit mehr Macht und Einfluß haben als der Durchschnitt.
    Noch gibt es genügend Leute in der Mittelschicht, ich würde mich selber auch dazu zählen. Nur kann ein Absturz sehr schnell gehen, ein Aufstieg dagegen geht eher zäh und ohne Vitamin B ist es unmöglich.

    Darum geht das Thema eigentlich gar nicht. Wenn ich die Frage beantworten soll, ob sich mein Lebensstandard seit dem Euro verschlechtert hat, dann muß ich das mit einem klaren Nein beantworten. Auch nicht, wenn ich selber feststelle, daß grade die lebensnotwendigen Dinge viel teurer geworden sind.

    LG, Andrea
     
  14. Canadian

    Canadian Neuer Benutzer

    Demokratie ist nicht mehr das, was sie einmal war. Sie verkommt immer mehr zur formalen Demokratie, wobei der Mehrheitswille der Bevölkerung nichts mehr gilt. Da hat die große Koalition Merkel/Müntefering erschreckende Maßstäbe gesetzt. Statt von einer Koalition zu reden, ist wohl eher der Begriff Komplott zwischen CDU und SPD zu Lasten der Bevölkerung die geeignete Bezeichnung.

    Das ist Pseudo-Demokratie in ihrer schlechtesten Form. Eine Pseudo-Demokratie, von der immer mehr Leute schlicht angewidert sind.

    2,7% Wachstum im Jahr 2006 und ca. 800.000 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. Ist nicht alles super? Hat diese Regierung endlich den Stein des Weisen gefunden? Die alten Eliten und Medien und auch die Regierung behaupten dies. Aber 80% der Bevölkerung sind anderer Meinung. Trotz ständiger Berieselung mit irreführenden Parolen durch die Medien lässt sich die Bevölkerung nicht mehr für blöd verkaufen. Auch wenn viele die Zusammenhänge nicht ganz verstehen, so verstehen sie jedoch den Blick in ihr Portemonnaie. Und da ist von den angeblichen Erfolgen der Regierung nichts angekommen. Schon seit Jahren nimmt die Masse der Bevölkerung (Arbeitnehmer, Rentner, kleine (erzwungene) Selbständige) am Wachstum der Wirtschaft nicht mehr teil.

    Und die Eliten werden auch vor härteren Angriffen auf Demokratie und Bürger nicht zurückschrecken. Wenn wir uns ansehen, was in den letzten sechs Jahren in den USA passiert ist, können wir erahnen, was auch uns bevorstehen kann. Es würde nicht überraschen, wenn zumindest rückblickend die Regierung Bush/Cheney sowohl innen- als auch außenpolitisch als verbrecherisches Regime eingestuft wird. Das, was in den USA passiert ist, kann auch bei uns und anderswo passieren. Dass die Regierung Merkel eine besondere Nähe zu diesen USA sucht, ist nicht nur dämlich, sondern auch gefährlich. Eine zunehmende Militarisierung der Außenpolitik kann politische Versäumnisse bei der Erarbeitung von fairen Konfliktlösungen nicht ersetzen.
     
  15. eagle

    eagle Aktives Mitglied

    hi zusammen,

    enkil, da ist was dran , an dem satz von deinem opa, ne?

    andrea, die aussage deckt sich aber nicht mit deinem vorheringen posting, wo du geschrieben hast, durch die umstellung ist dein einkommen halbiert !???
     
  16. Enkil

    Enkil Neuer Benutzer

    Eben, eagle, was er sagte, war einfach, hart aber wahr. Die Geschichte hat gezeigt, wie es geht und ihm war klar, das die machthabenden solange weitermachen, bis es nicht mehr geht.

    Was Andreas Aussage angeht, doch ich glaube schon, dass es sich deckt. Ich hab sie so verstanden, dass sie zwar weniger verdient, sie aber ihren Lebensstandard nicht zwingend von viel Geld abhängig macht. Mehr als eine Art Einstellungssache, was ich persönlich einen sehr guten Weg zu - vielleicht - persönlichem Glücksempfinden werte.
     
  17. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Enkil interpretiert das richtig. Mir geht es trotz Inflation, trotz weniger Geld nicht schlecht. Ich verzichte eben nur auf Dinge, die mir nicht so wichtig sind, um weiter die zu finanzieren, von denen meine Lebensqualität abhängt. Ich muß mich der Situation irgendwie anpassen.
    Wenn ich vorher viel Geld in Schuhe und Klamotten investiert habe, dann stelle ich fest, ich brauche das nicht wirklich in dieser Menge. Es bleibt somit zwar ein Wirtschaftszweig auf der Strecke. Alle Menschen hier werden doch das nicht mehr kaufen oder auf Billigprodukte umsteigen, was nicht zwingend sein muß. Jeder der gerne weiter Tabak konsumiert wird das tun und dafür auf etwas anderes verzichten.
    Ich kann doch nicht aufhören zu leben, nur weil sich die Lebensumstände ändern?
    Im Großen und Ganzen sehe ich die Dinge schon wie Ihr sie nennt, real und dem Volk gegenüber nicht fair. Aber es geht uns trotzdem noch nicht schlecht.

    LG, Andrea
     
  18. eagle

    eagle Aktives Mitglied


    hi,

    tja, wie der onkel von enkil schon sagte : es geht uns wohl allen NOCH zu gut, ne ?

    naklar kann man auf einiges verzichten, einiges verschieben, etc.

    nur was ist mit den elementaren dingen?

    z.b. rente und krankenversorgung ?

    schon jetzt gibt es millionen von rentnern, die trotz harter arbeit ein ziemlich armseligesl eben führen müsssen, auch gibt es heftige einschnitte in der krankenversorgung.

    wenn der wirtschaftliche niedergang der republik in dieser rasanten geschwindigkeit weitergeht, wer soll dann alles bezahlen?
    schon jetzt sind die gesetzlichen kassen völlig am ende.

    dann wird es wohl wirklich nur noch almosen für die masse, und krankenversorgung für die reichen, oder andere gewisse gruppierungen geben.

    da hilft dann kein sparen mehr.
     
  19. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Leider Gottes ist das ein Punkt, den man nicht beschönigen kann. Wie das aber werden wird, weiß noch niemand. Für mich persönlich gab es auch wärend der DM schlechte Zeiten.
    Ich denke wir waren in der Vergangenheit extrem verwöhnt. Vergleiche ich unser Niveau mit dem anderer Länder, dann geht es uns immer noch gut. Auch wenn es eingen wenigen noch viel besser geht. Die mußten aber auch nicht plötzlich mehr Leute aus ihren Sozialkassen versorgen, als einbezahlt haben. Um das mal klar auf den Punkt zu bringen. Es bleibt also nur für alle den Gürtel enger schnallen und das Beste aus dem machen, was man hat.
    Wenn das so weiter geht, werden viele Deutsche auswandern. Der Anfang ist ja schon gemacht, der Rest wird folgen.
    Vielleicht ist das unsere Mentalität. Einstecken bis es uns zu blöd wird und dann gehen.

    LG, Andrea
     
  20. eagle

    eagle Aktives Mitglied


    hi,

    also in der schule haben die damaligen lehrer immer gesagt, man soll sich mit den besseren vergleichen, nicht mit den schlechteren.

    sicher, im moment geht es den meisten hier besser als in den armen ländern, nur wenn die angleichung der lebensverhältnisse immer weiter forciert wird, immer mehr nicht so leistungsfähige staaten in die eu kommen, dann kann man sich doch ausrechnen , in welche richtung die angleichung geht, nach unten.

    ist dann ein einheitliches niveau erreicht, dann kann ja auch noch mit afrika und indien angeglichen werden, dann gehts denen erheblich besser.

    auswandern ?

    ärzte, ingenieure und andere experten, ja, die haben eine chance, die normalen arbeiter nicht, da haben die andern länder selber genug von.

    und ob wir denn so offen empfangen und unterstützt, teilweise sogar alimentiert werden, wie es hier geschieht ?
    das möchte ich bezweifeln.
     
  21. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Hinten reingeschoben wird es sicher niemand. Aber doch ja die Baubranche boomt in einigen Ländern. Auch wenn sich die Iren gut von der EU subventionieren lassen. Handwerker werden sowohl in Norwegen, Island, Schweden, sogar in einigen Arabischen Ländern gesucht. In Spanien hocken schon die Marokkaner, aber auch da sind Arbeiter auf dem Bau gesucht.
    Ich war ja erst bei der Agentur für Arbeit, da liegen internationale Stellenangebote aus und das sind nicht nur gehobene Posten.
    Grade ältere Deutsche gehen ihren Ruhestand woanders verbringen. Woanders bekommt ein deutscher Renter halt doch etwas mehr für sein Geld. Auch wenn das die Kaufkraft aus dem Land trägt, ich finde das ist eine gute Lösung. Nur schlecht für die Einheimischen dort, denn auch da paßt sich das Niveau denen an, die mehr Geld zur Verfügung haben. Man kann es nicht allen Recht machen.

    Was genau entbehrst Du persönlich denn bzw. worauf mußt Du denn verzichten, was früher ganz locker ging? Mir ist das hier etwas zu verallgemeinernd. Natürlich gibt es eine Inflation, natürlich gibt es eine Mißwirtschaft. Aber solange das Volk noch genug hat, wird es nicht auf die Barrikaden gehen. Und da verhält es sich doch ruhig.
    Ich sehe fast nur Neuwagen, keine Schrottautos mehr wie vor gut 20 Jahren. Ich sehe immer mehr Eigenheime aus dem Boden wachsen. Kaum jemand mag mehr in einer Mietwohnung leben. Ich sehe Leute mit vollen Tüten aus den Geschäften kommen. Und das trotz Automatisierung, trotz Inflation, totzdem daß es uns ja sooo schlecht geht. Ich sehe tagtäglich viele Menschen auf der Straße und in den Läden, wann arbeiten die bitte? Und wenn sie nicht arbeiten, dann haben sie verdammich viel Geld übrig, das unter die Leute will. Auch da konnte man vor 20-25 Jahren wochentags in die Stadt gehen, sie war fast ausgestorben.

    Zu berücksichtigen ist hier noch das Nord-Südgefälle. Uns geht das hier in Oberbayern wirtschaftlich noch gut. Aber nachdem hier alles viel teurer ist, als weiter nördlich, müßten wir ja wahre Lebenskünstler sein, um diese schlechten Zeiten überhaupt zu überstehen.

    LG, Andrea
     
  22. eagle

    eagle Aktives Mitglied

    sinkender .....

    hi,

    ich entbehre nichts, und leide auch keine not.

    wär ja noch schöner, an dem tag, wo man trotz 40 std. woche seinen lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann, ab da würd ich meine zeit mit sicherheit nicht mit arbeit verschwenden, nur um den gieriigen fiskus und die sogenannten solidarkassen zu füttern.

    seit 10 - 15 jahren sinken die löhne, im vergleich zur kaufkraft, die steuern und abgaben steigen ständig, und nie ist es genug.

    es reicht nicht, was eingezahlt wird, selbst wenn wir 90 oder 98 % abzüge hätten, es würde nicht reichen.


    es stimmt, mit den vielen neuen autos, und den vielen konsumknechten in den einkaufszentren.

    viele autos laufen auf leasing etc, solang die raten bezahlt werden is das noch halbwegs okay.

    der andere konsum, das ist schon merkwürdig, die aktive arbeitnehmerschaft ist hierzulande in der minderheit, aber alle sind fleissig am konsumieren.

    die staatsverschuldung hat grade mal wieder rekordhöhen erreicht.

    da ist der zusammenhang, konsum auf pump, staatsausgaben zu lasten künftiger generationen.

    hinter der d-mark steckte eine enorme wirtschaftskraft, das gute alte made in germany.

    was steckt hinter dem merkwürdigen euro ?

    irgendeine druckerpresse der bundesbank, die auf hochtouren läuft, schätz ich mal.
     
  23. Canadian

    Canadian Neuer Benutzer

    Auch ich nage nicht am Hungertuch, aber man überlegt sich nun einfach mehrmal ob ich mir einen Friseurbesuch oder ein paar neue Schuhe leisten kann.

    Das was zu DM-Zeiten als "normal" galt ist heute schon fast Luxus.

    Solange man Waren auf Pump kaufen kann wie auch immer lässt die Kaufkraft auch nicht nach, erst wenn gar nichts mehr geht, werden die Menschen wach..
    Es wird doch auch leicht gemacht überall und für alles wird einem doch das Schmackhaft gemacht , dass man auf Raten zurückgreifen kann.

    hier ein Auszug von einem Inkasso -Dienst

    In Deutschland hat die Verschuldung vieler Menschen dramatische Ausmaße erreicht. Pro Kopf sei die Belastung allein durch Raten- und Verbraucherkredite im Schnitt auf die Rekordmarke von rund 3.000 Euro gestiegen.

    Das sagte die nordrhein-westfälische Verbraucherministerin Bärbel Höhn (Grüne) in Bonn unter Berufung auf Informationen der Schuldnerberatung.


    Insgesamt müssten bundesweit rund 230 Milliarden Euro bei solchen Krediten abgezahlt werden - "so viel wie nie zuvor". Mehr als 3 Millionen Haushalte, die Hälfte davon Familien mit Kindern, seien überschuldet und könnten Kredite nicht mehr mit ihrem Einkommen abzahlen.
     
  24. Morgentau

    Morgentau Aktives Mitglied

    Weil Du das grad so schreibst Canadian... Ich hab gestern Nachrichten angeschaut. Da erlauben die sich doch glatt die Staatsverschuldung pro Kopf auf das Volk umzurechnen. Gibt über 17.000 Euro pro Staatsbürger. ja geht's noch? Was haben wir mit denen ihrem Schuldenberg zu tun? Alleine der Vergleich ist eine Frechheit. Irgendwann wird mir wohl Post ins Haus flattern, daß ich dieses Geld bezahlen soll, damit der Staat schuldenfrei ist.

    Mir persönlich hat die Umstellung auf den Euro die Einsicht gebracht, daß ich vorher absolutem Kaufzwang und sinnlosem Verplempern meines Geldes unterlegen habe. Ich hab halt jetzt nicht mehr einen überquellenden Kleiderschrank und 50 Paar Schuhe, sondern nur noch das was ich wirklich brauche und auch trage.
    Ich würde sagen, ich lebe genauso gut wie vorher, aber bewußter. Hat jetzt aber nicht wirklich was mit dem Euro zu tun. Das hätte mir auch zu Zeiten der DM passieren können.

    Ich denke man muß die Einführung des Euro, die damit verbundene Inflation und die Diskussion über Lebensstandard trennen. Die Zeit bleibt nun mal nicht stehen, sie entwickelt sich weiter, wenn auch nicht zwingend zum Positiven.

    LG, Andrea
     
  25. eagle

    eagle Aktives Mitglied

    hi andrea,

    den bericht bzw. beitrag hab ich auch gesehen, und die haben die staatsschulden pro kopf umgerechnet, also auch säuglinge und greise, arbeitslose, rentner etc. alle mit eingerechnet.

    somit vervielfältigt sich die schuld von 17000 euro, wenn du sie nur auf die leistungsträger bzw. aktiven steuerzahler umrechnest.

    natürlich müssen wir, musst du das irgendwann bezahlen, das sind staatsschulden, und das sind wir ja nun mal alle, der staat.

    und schulden müssen und werden bezahlt werden, in irgendeiner form, aber auf dauer werden die schulden bezahlt werden.

    der staat kann, um sich seiner schulden, oder zumindest den grössten teil seiner schulden zu entledigen, eine währungsreform starten ( eine währungsreform, nicht das umtauschen von einer währung in die andere, wie bei der euro schrottwährung )

    rein theoretisch ist auch eine reform von grund und boden oder von wohneigentum möglich.

    in so einem fall verliert die masse der bürger ihr eigentum, oder ihr erspartes, bis zu einem bruchteil, die schulden der so "enteigneten" werden aber nicht in dem mass runtergerechnet.

    da es sich um bundesdeutsche staatsschulden handelt, sind zwangläufig die bundesbürger die schuldner, die für die schulden aufkommen müssen.

    andere länder wären mit sicherheit und auchzurecht nicht dazu bereit, unsere staatsschulden zu begleichen.