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Lebensmittelverschwendung?

Dieses Thema im Forum "Politik, Wirtschaft + Gesellschaft" wurde erstellt von friedali, 10 März 2016.

  1. friedali

    friedali Benutzer

    Hallo! Ich bin einfach nur schockiert. Wieviel bei uns weggeworfen wird! Es gibt so viele Menschen die hungern und trotzdem werden in Supermärkten und Bäckereien und auch bei so vielen Leuten daheim Lebensmittel achtlos weggeworfen. Was kann man dagegen machen? Ich werde wirklich wütend wenn ich nur daran denke, aber ich hoffe irgendwie, dass man diese Wut vielleicht zu etwas nützen könnte. Bloß, was kann man denn überhaupt tun, dass nicht so viel weggeworfen wird?
     
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  2. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    So lange diese Wegwerferei politisch gewollt ist - nicht viel [​IMG]

    Natürlich wissen die Unternehmen sehr genau, wie viel von einem Produkt sie brauchen. Trotzdem werfen sie lieber Produkte weg als zu riskieren, dass ein Kunde vor einem leeren Regal steht - das Zeug wird abgeschrieben und kommt dann in den Müll. Die Rechnung zahlt der Steuerzahler. Da machste nix.
    Das nächste ist, dass man die Verbraucher mal aufklärt, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überhaupt meint! Ich kenne eine Reihe Leute, die fressen das Zeug schon dann nicht mehr, wenn das MHD auch nur in Sichtweite kommt.
    Und weil der Gesetzgeber in §7 Absatz 6 der Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln die Anbringung des MHD bestimmt, ist es auch auf Lebensmitteln drauf, bei denen es überflüssig ist - bestes Beispiel ist Salz: Steinsalz ist Million oder mehr Jahre alt und auch mindestens noch mal so lange haltbar.

    Aber wichtig wäre es füe die Verbraucher nur noch so viel zu kaufen wie sie bis zum MHD verbrauchen können ;)
     
  3. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Ich denke, wir kaufen mehr als wir brauchen.
    Wir kochen mehr, wie wir benötigen und machen nichts aus den Resten.
    Weltweit hungern eine Milliarde Menschen, aber allein in Deutschland werden Jahr für Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen.
    Warum müssen die Gemüsesorten erst aussortiert sein? Die dürfen keine Schönheitsfehler haben und müssen in Plastik verpackt werden.
    Die Verschwendung von Lebensmitteln in unserer Gesellschaft müssen wir ernsthaft bekämpfen, wir brauchen ein anderes Verhältnis dazu.
    Sind wir eine Wegwerfgesellschaft geworden?
    Planlose einkaufen?
    Wir haben eine Auswahl an Lebensmitteln, von der unsere Großeltern nicht zu träumen gewagt hätten.
    Jetzt haben wir eine breite Palette an Lebensmitteln zur Auswahl.

    Wo ist unsere Lebensmittel-Wertschätzung?
    Das ist ziemlich beschämend.


    Ab in die Tonne - Wie wir unsere Lebensmittel verschwenden


    RESTlos glücklich - Lebensmittel verwenden statt verschwenden

    LG Malgosia
     
  4. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

  5. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Sicher nicht! Auch ich kämpfe mit dem Einkaufszettel in der Hand gegen planlose Einkäufe.
    Dennoch nehme ich gelegentlich Produkte mit, die ich eigentlich nicht brauche. Da trifft dann mein Einkaufszettel auf psychologische Kriegsführung.
    Und dann liegt das Produkt vom Einkaufszettel zu Hause auf dem Küchentisch neben dem Angebot vom Lockständer. Und leider wird dann erst klar, dass ich beides nicht werde essen können.
     
  6. rhodo

    rhodo Benutzer

    Eine Frage der Selbstdisziplin?
     
  7. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Deutschland ist mit diesen Problemen nicht alleine auf der Welt.
    Keiner von uns kann dadurch verhindern, dass woanders jemand verhungert, wenn er jetzt nur noch die Hälfte kauft.
    In Indien ist es Mode geworden, sein Getreide zu verkaufen, wenn es einen besseren bis sehr guten Preis gibt, an der Börse.
    Der Nachteil ist aber der, das manche bzw. viele Bauern nicht die richtigen Lagerräume haben und das Getreide verschimmelt oder verfault.
    Dadurch entstehen minus Werte die nicht von ungefähr sind.
    Ich denke über kurz oder lang wird die Nahrung sowieso teurer und dann lösst sich das Problem alleine.

    Den Armen ist damit nicht geholfen.
    Afrika hat Probleme die eigene Landwirtschaft gegen Billigimporte aus EU-Brasilien-USA etc. zu schützen.
    Der grösste Discounter in Deutschland kauft immer etwas knapper ein, es geht schon wenn man es wollte.
    Denn der Verbraucher geht deswegen nicht gleich zum Nächsten (auf Dauer) weil viele Obst und Gemüse ja nicht für jeden Tag gedacht sind und ich zum Beispiel gehe die Woche mehrmals einkaufen.
    Frische ist dann leichter zu geniessen als wenn man nur einmal die Woche kauft.
     
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  8. friedali

    friedali Benutzer

    Hm, dass sich "das Problem alleine löst" halte ich für eine sehr problematische Ansicht. Denn man muss sich auch überlegen zu welchem Preis sich das Problem alleine löst. Und natürlich ernährt man nicht ganz Afrika damit, jetzt geplanter einzukaufen, aber es könnte ja sein, dass wir so die nächste Generation durch Vorbildwirkung zu einem ganz anderen Bewusstsein heranziehen.
     
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  9. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    795 Millionen Menschen hungern, alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung. Dabei gibt es genug Nahrung, Wissen und Mittel, um Hunger auszumerzen.

    Was sind die Ursachen? Neben Kriegen und Naturkatastrophen? Unser Verhalten bei Aldi und Lidl? Lächerlich!

    Die korrupten und unfähigen Regierungen der Länder sind ein Teil des Problems, die Armut dieser Länder ein weiterer Teil.
    Hauptursächlich ist aber ein verzerrter bis perverser Welthandel. Die reichen Staaten bestimmen die Regeln der internationalen Politik. Unfaire Handelsabkommen und Subventionen schaffen Marktzugänge und Preisvorteile für Unternehmen aus den reichen Industrienationen. Aus den armen Ländern werden vor allem Rohstoffe exportiert, die Gewinne in den reichen Ländern abgeschöpft.
     
  10. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Im kleinen Rahmen hatte ich das ja auch beschrieben, wie sich EU in Afrika Marktanteile sichert, USA und Brasilien natürlich auch.
    Nur mit dem Thema Lebensmittelverschwendung hat das leider nichts zu tun, wie Du (noeppe) es schon schilderst.

    Dieses Trauma mancher Menschen (mir geht es gut und ich bin Schuld, egal an was) löst überhaupt kein Problem und vorallem nicht den Hunger.

    @ noeppe : Die korrupten und unfähigen Regierungen der Länder sind ein Teil des Problems, die Armut dieser Länder ein weiterer Teil.

    Stellt Euch mal vor es würde jeder einen Euro spenden und das Geld käme wirklich da an wo es hin sollte.
    Alle Länder wo gespendet werden könnte würden das auch machen.
    Kurzfristig würde das den Hunger lindern aber bei demnächst 3-4 Milliarden Afrikaner wäre das ein Tropfen auf dem heissen Stein, denn die anderen auf der Erde möchten auch essen.

    Und die Preise (seit es diese Börse gibt) steigen langfristig.

    Für uns Rentner (die keine üppige Rente haben) kommt ein Massloses Einkaufen so nach und nach eh nicht in Frage und die Nachfolger sind meist noch schlimmer mit dem wegschmeissen.
    Wer von denen genügend Einkommen hat, der denkt sowieso in anderen Kategorien.
    Ich, ich, ich lebe jetzt.
    Mir sind hinlänglich viele Beispiele bekannt.

    Lebensmittelverschwendung was ist das, gekauft ist gekauft.
     
  11. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Stellt doch mal die Überlegung an, es würde was pssieren gegen Lebensmitterverschwendung, wie würde das denn möglich sein ?

    Zuteilungen wie nach dem Krieg ?

    Planung was erzeugt wird wie DDR ?

    Die Regierung die das beschliesst wird das nicht überleben.
     
  12. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Stellt Euch mal vor, dass Geld, dass heute schon vorhanden ist, würde nicht in den Taschen irgendwelcher Despoten oder in Rüstungsausgaben versickern ;)

    Und in den Taschen der Despoten und der Rüstungskonzerne ist für unbegrenzte Geldmengen Platz :mad:
     
  13. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Wenn wir uns die Rüstungsfirmen mal anschauen, wird aber auch klar, dass viele Menschen daraus einen finanziellen Nutzen ziehen, es sind meistens Aktiengesellschaften und somit
    auch im Besitz von Schulze und Müller sowie Schmitz und Meier.
    Da die Deutschen ja Aktien-Muffel sind (sie verschenken lieber das Geld notleidenden EU-Staaten :)) sind wir sauberer wie die US Bevölkerung/Rentenfonds etc.
    Ausserdem gehören 70 % der Aktien in Deutschland eh dem Ausland.:cigar:
    Sind wir Deutschen besser oder dümmer ?;)
    Oder schlechter und schlau ?:(
     
  14. friedali

    friedali Benutzer

    Schon klar, dass das eigene Verhalten im Umgang mit Lebensmitteln nun kein großer Lösungsschritt in Richtung Auflösung des Welthungers ist, aber gleichzeitig denke ich mir schon, dass es schon allein für die eigene Psyche wichtig ist, einen gewissen Respekt im Umgang mit den LEBENSmitteln - also den Mitteln die wir benutzen um zu leben - zu zeigen. Finde die Argumentation alles auf den Endkonsumenten zu schieben auch etwas dürftig, da so viele der Eliten ihr destruktives Verhalten legitimieren, aber trotzdem muss man in meiner Welt auch mal auf sein eigenes Verhalten achten, denn das kann man tatsächlich auch beeinflussen.
     
  15. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Stell dir vor in Deutschland oder meinetwege auch in Europa würde ab morgen nichts mehr weggeworfen. Was glaubst du, würde von dem Überschuß bei den Hungernden ankommen?

    Nichts! Unsere Neokapitalisten kippen Überschüße ins Meer und bauen auf den Überschußflächen Biosprit an - da wird der Hunger der dritten Welt lieber bei uns verauspufft! :mad:

    Ich will nicht der verschwendung das Wort reden und ich fände es gut, wenn wir alle den nötigen Respekt vor Lebensmitteln hätten. Aber den Hunger der Welt lösen wir nicht :mad:
     
  16. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Der Welthunger kann langfristig nur durch gerechte Verteilung des Einkommens beseitigt werden.
    Sobald alle Erdteile, in erster Linie Afrika sich auf ein Ziel einigen könnten, wäre das alles Geschichte.
    Aber statt Produktion sprich bessere effektivere Landwirtschaft und Industrie zu fördern, wird der Waffenkauf gefördert.
    Die Grenzen in Afrika sind ohne Sinn und Verstand gezogen wurden, querfeldein ohne Rücksicht auch Völker und Stammesangehörigkeit.
    Das wird noch Jahrzehnte Krieg bedeuten, sprich Armut und Hunger.
     
  17. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Da wird dir die gesammte westliche Welt die Füße küssen. Gerechte Verteilung der Einkommen? Du musst verrückt geworden sein. [​IMG]

    Mir würde es schon reichen, wenn wir den armen Nationen das ließen, was ihnen gehört ;)
     
  18. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Es sehe das nicht so global mit der Verteilung, sondern nur da wo es mittlerweile notwendig ist, speziell in Afrika.
    Das es eine weltweite gerechte Verteilung geben wird, glaubt keiner.
    Ich beziehe mich auf Afrika und deren Weiterentwicklung.
    Ob das gewollt ist, dass ist eine andere Frage.
    Nur da dort die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten auf 3-4 Milliarden wachsen wird, müssen andere Massnahmen als Hilfslieferungen ergriffen werden.
    Das ist auch den USA bekannt.
     
  19. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Wenn die "globale Verteilung" so weitergeht, dann bleiben den Menschen in weiten Teilen der Welt zwei Möglichkeiten: Verhungern oder sich aufmachen, um sich das zu holen was nicht gegeben wird. Gegen den Exodus wird uns die derzeitige "Flüchtlingskrise" wie ein Kindergeburtstag vorkommen. ;)
     
  20. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Gerade im WDR 3 Lokalzeit Bonn.

    Foodsharing.
    Eine tolle Sache.

    foodsharing.de ist eine Internetplattform zum Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln in Deutschland und Österreich. Sie ist ein Projekt des Vereins Foodsharing e. V. und startete am 12. Dezember 2012. Auf foodsharing.de können Privatpersonen, Händler oder Produzenten Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, kostenlos anbieten oder abholen. Damit soll gegen die alltägliche Lebensmittelverschwendung vorgegangen werden und ein größeres Problembewusstsein für diese in der Gesellschaft geschaffen werden.
     
  21. friedali

    friedali Benutzer

    Von Foodsharing habe ich auch schon gehört! Solche Initiativen finde ich sehr gut, davon sollte es wirklich mehr geben. Aber ich denke, dass wir hier im Forum über soetwas reden ist ja womöglich schonmal ein Anfang :) Generell gibt es ja viele Initiativen wie Tafeln und Sozialmärkte. In vielen größeren Städten gibt es zum Beispiel Foodcoops, wo man überhaupt ganz die Zwischenhändler übergehen kann, so entsteht in der Wertschöpfungskette sicherlich insgesamt weniger Müll
     
  22. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Ja, finde ich auch. Aber um den Hunger der Welt zu beseitigen ist das weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein :(
     
  23. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Da geht es auch mehr um regionale Hilfe gegen die Wegwerf-Aktionen einiger Händler.
    Viele Ketten werfen kosequent alles weg ehe sie es verschenken.
    Den Welthunger besiegen heisst den Krieg besiegen, speziel in Afrika.
     
  24. Davidee

    Davidee Benutzer

    Man kann eigentlich nur sein eigenes Verhalten anpassen und im Bekanntenkreis vielleicht ab und zu mal darüber sprechen. So werden ein paar mehr Leute darauf aufmerksam.
     
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  25. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Und wie, bitteschön? Ich kämpfe, das schrieb ich weiter oben schon, mit meinem Einkaufszettel gegen die psychologische Kriegsführung der Supermarktketten.
     

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