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Gehen "gutes Benehmen" und Respekt verloren?

Dieses Thema im Forum "Ernstes Allgemein" wurde erstellt von Merle, 10 November 2018.

  1. Merle

    Merle Guest

    An einer Passauer Schule wollte vor einigen Jahren die Rektorin per Aushang Begrüßungs- und Verabschiedungsformulierungen wie „Hallo“ und „Tschüß“ verbieten.
    Sie meinte, den Schülern damit den Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern.
    Sie müssten lernen, mit Respekts- und Autoritätspersonen anders zu sprechen, als mit Ihresgleichen.

    Im Prinzip hat sie ja recht, finde ich, wobei eine Erörterung mit den Jugendlichen sicher sinnvoller wäre, als eine Verordnung auf einem Zettel.

    Ja, Respekt, Höflichkeit und „gutes Benehmen“ lassen leider mehr und mehr nach.

    Das alles nahm seinen Anfang in den 60iger Jahren, als die unsägliche „Antiautoritäre Erziehung“ ihren Siegeszug antrat. Lehrer wurden plötzlich geduzt (und es ist eine Binsenweisheit, dass man eher „Du Idiot“, als „Sie Idiot“ sagt), Eltern mit den Vornamen angesprochen, den Kindern keine Grenzen mehr gezeigt (…sie könnten ja in ihrer Persönlichkeitsentwicklung behindert werden….) Ordnung und Pünktlichkeit waren nebensächlich, Disziplin ein Fremdwort, Höflichkeit und Tischmanieren unnötige Repressalien…kurz, die Hippie-Generation war mit Flower-Power, freier Liebe und Aussteigen beschäftigt und überließ ihre Kinder sich selbst.

    Ich behaupte nach wie vor, gute Erziehung sind keine Vorschriften, sondern das Vorleben und das gute Beispiel. Woran sollten diese Kinder sich denn orientieren…????

    Und was diese Kinder nicht gelernt haben, können sie auch nicht an ihren eigenen Nachwuchs weiter geben. Und so kommt es, dass Höflichkeit, Respekt und gutes Benehmen mehr und mehr verloren gehen. Und das ist in der Tat ein riesiges Manko, unter dem Berufseinsteiger heute leiden! Kein Chef wird einen jungen Menschen einstellen, der – ich drücke das jetzt mal ganz überspitzt aus – ihn beim Vorstellungsgespräch mit „Hi, Alder“ begrüßt und sich unaufgefordert breitbeinig auf einen Sessel fläzt!

    Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren und es gibt durchaus auch noch junge Menschen, die in der U-Bahn einer gebrechlichen Frau den Platz anbieten, die die Türe aufhalten und ein freundliches „guten Tag“ über die Lippen bringen. Aber es ist traurig, dass ein derartiges Benehmen AUFFÄLLT, und nicht mehr alltäglich ist…..
     


  2. greta

    greta Benutzer

    Dass der Respekt verloren gegangen ist ist klar aber nicht durch "Hallo" und "Tschüß".

    Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir niemand in Bus und Bahn einen Platz anbieten muss aber der allgemeine Umgang mit anderen Menschen muss anders sein.
    Hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit dem Umgang im Allgemeinen.
    Junge Erwachsene benehmen sich unmöglich in Wort und Tat, wie wollen sie da ein Kind erziehen oder anhalten ?
    Auch untereinander haben sie oftmals einen unmöglichen Ton an sich.
    Habe ich Probleme mit meinen Partner, dann behandle ich es nicht in aller Öffentlichkeit und dann noch möglichst laut und Kinder dabei.

    Die 60er Jahre mussten auch sein, dass wir von den veralterten Erziehungsmethoden wegkommen.
    Sicher ist damals nicht alles rund gelaufen und manches nicht richtig aber irgendwie mussten sich ja die Erziehungsmethoden ändern.
    Ich habs schließlich noch so veraltet kennengelernt. Später als Erwachsene und Alte ich mich damit beschäftigen müssen, weil ich mein Lebenlang nicht wusste,
    dass ich so bin, wie ich die Erziehung genossen hatte.
     
  3. Joaquin

    Joaquin Administrator Mitarbeiter

    Sokrates
    griechischer Philosoph
    * um 469 vChr, † 399 vChr

    Die Klagen über die Jugend gehen bis in die Jahrtausende vor Christus und ist somit eine fest verankerte Tradition, welche in der breiten Öffentlichkeit jedes mal aufs neue nicht realisiert wird. Schlimm war man selbst in der eigenen Jugend nie und nur die aktuelle Jugend ist stets verdorben ;)

    ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer
     
  4. Rolf-Andreas

    Rolf-Andreas Bekanntes Mitglied

    Ja der alte Sokrates, dass ist ja allgemein bekannt (die Jugend) und er hat halt auch nur abgekupfert.

    In den 68.ern ist das alles garnicht passiert,
    dass dauerte und nahm erst richtig Fahrt auf als die jungen Wilden älter wurden und Kinder in die Welt setzten.
    Die 70.er waren die Zeit wo endlich die Früchte der 68.er Studenten-Demos geerntet wurden.
    In allen Bereichen ging es voran, Freiheit wurde auch etwas individueller und für jeden greifbar.
    Was vielen garnicht bewusst war/ist,

    die Beat/Rock Musik erreichte die unpolitischen Normal Jugend.

    Da passierte etwas was auch den Humus schaffte für etwas kritischeres Denken allgemein und speziell.
    Die interlektuellen Studenten waren ja weit weg, aber die Rolling Stones waren greifbar, (wenn auch komerziell).
    Allein da regten sich Massen der Spiessbürger auf und das erzeugte wiederum etwas wie, jetzt erst recht.
    Warum hatten denn fast alle junge Menschen damals lange Haare...???

    Da passierte schon etwas mehr wie sonst, im üblichen Sokrates Modus beschrieben.

    Fing alles im Kleinen in den 55.ern an, kam aber halt alles erst 68. zum Durchbruch.
    Gutes Benehmen und Respekt gegenüber Respeks und Autoritätspersonen,
    wurde mit Recht angezweifelt, da es einfach zuviele Verfehlungen gab.

    Worum es geht ist doch eigentlich ganz einfach.
    Wer Kinder hat soll sich selbst gut benehmen
    und vorleben was erstrebenswert ist
    in unserem Leben.

    Wir könne auch etwas dazu beitragen....
     
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