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Gedichte

Dieses Thema im Forum "Literatur, Lyrik, Poesie + Druckmedien" wurde erstellt von Gast363, 7 Mai 2013.

  1. Gast363

    Gast363 Guest

    Simon Dach (1605-1659)
    Willst du dein Herz mir schenken
    Willst du dein Herz mir schenken,
    So fang es heimlich an,
    Dass unser beider Denken
    Niemand erraten kann.
    Die Liebe muss uns beiden
    Allzeit verschwiegen sein,
    Drum schließ die größten Freuden
    Im innern Herzen ein.
    Behutsam sei und schweige
    Und traue keiner Wand,
    Lieb innerlich und zeige
    Dich außen unbekannt.
    Kein Argwohn musst du geben,
    Verstellung nötig ist,
    Genug, dass du, mein Leben,
    Der Treu versichert bist.
    Begehre keine Blicke
    Von meiner Liebe nicht.
    Der Neid hat viele Tücke
    Auf unsern Bund gericht!
    Du musst die Brust verschließen,
    Halt deine Neigung ein,
    Die Lust, die wir genießen,
    Muss ein Geheimnis sein.
    Zu frei sein, sich ergehen,
    Hat oft Gefahr gebracht.
    Man muss sich wohl verstehen,
    weil ein falsch Auge wacht.
    Du musst den Spruch bedenken,
    Den ich vorher getan:
    Willst du dein Herz mir schenken,
    So fang es heimlich an.
     


  2. Gast4693

    Gast4693 Guest

    Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?

    Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?
    Plötzlich dunkelrot und jung und nah?
    Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen
    Aber als wir kamen, war sie da.

    Eh sie da war, ward sie nicht erwartet.
    Als sie da war, ward sie kaum geglaubt.
    Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet.
    Aber war es so nicht überhaupt?

    Bertolt Brecht
     
  3. Gast4563

    Gast4563 Guest

    Horizont

    Dein Horizont erscheint Dir groß
    aber um ehrlich zu sein
    ist Dein Geist klein
    denn Du verachtest jene
    die anders sind als Du
    Du machst Dir keine Mühe
    die Menschen kennen zulernen
    und solange Du nicht bereit bist
    des anderen Anderssein
    zu akzeptieren
    bist Du noch weit entfernt
    von Reife und Weisheit.

    Sylvia Schwing
     
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  4. Gast4693

    Gast4693 Guest

    Mein Atem

    In meinen Tiefträumen
    weint die Erde
    Blut


    Sterne lächeln
    in meine Augen


    Kommen Menschen
    mit vielfarbnen Fragen
    Geht zu Sokrates
    antworte ich


    Die Vergangenheit
    hat mich gedichtet
    ich habe
    die Zukunft geerbt


    Mein Atem heißt
    Jetzt


    Rose Ausländer
     
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  5. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    schau unter:
    Gedichte, Lyrik und Balladen
    https://www.talk50plus.de/threads/gedichte-lyrik-und-balladen.3831/page-5


    Wanderlust

    Seht, wie die Wellen eilen
    Hervor aus der Berge Haft:
    Ich will und ich mag nicht weilen -
    Muss fort auf die Wanderschaft!
    Seht, wie die Wolken treiben
    Im gold’nen Sonnenschein:
    Ich will und ich darf nicht bleiben -
    Es muss gewandert sein!
    Sehr, wie die Winde wehen
    So frisch durchs blühende Tal:
    O lasst mich mit ihnen gehen,
    Lebt wohl viel tausendmal! - -
    Und Wind und Wolken und Welle,
    Die sind dir treues Geleit:
    Wohlauf denn, frischer Geselle,
    ‘s ist fröhliche Wanderszeit!

    Anton Müller
     
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  6. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Johann Wolfgang von Goethe: NATUR UND KUNST (Gedicht)


    Nadhras ( Geschrieben & gesprochen von Matthias Latzke )
     
  7. noeppe

    noeppe Bekanntes Mitglied

    Memento mori

    Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
    indes die Zeit von dannen läuft,
    hat zu erledigen eine Menge,
    und kommt, so sagt man, ins Gedränge.

    Inmitten all der Zappelnot
    trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
    Was grad so wichtig noch erschienen,
    fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
    Nur dieser einzige zuletzt:
    Am Mittwoch wird er beigesetzt -
    und schau, den hält er pünktlich ein,
    denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.

    Eugen Roth
     
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