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Gedichte, Lyrik und Balladen

Dieses Thema im Forum "Literatur, Lyrik, Poesie + Druckmedien" wurde erstellt von Kaschek, 14 Februar 2011.

  1. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen



    Du bist die Rose meiner Liebe,
    Die Ros’ auf meines Herzens Flur
    Es waren andre Blumentriebe
    Vorahnung meiner Rose nur.
    Es kam der Flor, dass er zerstiebe,
    Verschwinden musste jede Spur,
    Dass Raum für meine Rose bliebe,
    Die mir zu bleiben ewig schwur.


    Friedrich Rückert
     


  2. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Du und ich

    Du und ich!
    Wunschlose Seligkeit
    Strömt deine Nähe über mich.
    Der Alltag wird zur Sonntagszeit,
    Unsterblich schlingt das Leben sich
    Um uns. Und Menschengöttlichkeit
    Fühl' ich bei dir durch dich.


    Was einst gewesen, weiß ich kaum.
    Die enge Welt wird weiter Raum.
    Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
    Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
    Gar wunderbare Weisen
    Singt dann bei seinem Kreisen
    Mein Blut im Paradies für mich.
    Es haben alle Wünsche Ruh', -
    Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.
    Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich.



    Max Dauthendey

    Ein Link zu Max Dauthendey
     
  3. Redis

    Redis Neuer Benutzer

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Auf stillem Friedhof lieget eingebettet,
    umweht von unsres Nordens rauhem Wind,
    der Last des schwersten Loses früh entkettet,
    des Südens Mägdlein, ein Zigeunerkind.

    Ein schlichtes Kreuz den Hügel überraget,
    von Halmen nur umkoset leis und lind.
    Wohl selten einer nach dem Schläfer fraget,
    dem Fremden sagt man: " Ein Zigeunerkind."

    Kein fromm Gebet klingt in die Gruft hernieder,
    fort sind sie, die von seinem Blute sind;
    Doch Vöglein singen helle Schlummerlieder,
    vom Kreuz, dem schlafenden Ziegeunerkind.

    Wo mag des Mägdleins Mutter jetzo weilen,
    wenn noch ihr schattenhaftes Leben rinnt?
    Mit ihrem Schmerz mußt´sie von hinnen eilen,
    doch ihre Liebe blieb beim fernen Kind.

    Ob sie sich sehnt nach deinem stillen Frieden?
    Dich ins Gebet einschließet, fromm gesinnt?
    Sie wird gehetzt, doch dir ist Ruh´beschieden,
    wohl dir du glückliches Zigeunerkind!

    Dein Hügel muss der Kränze Schmuck entbehren,
    drum dieses Blättchen drauf zum Angebind,
    ich weih´es dir, und keiner soll es wehren.
    Schlaf wohl! Gott ruft auch sein Zigeunerkind!

    (Georg Blikslager) Ruppa
     
  4. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Hallo Redis!
    Der Georg Blikslager ist ja ein Auricher. Der Name sagte mir nichts, aber das Gedicht hab' ich schon mal gelesen - OZ? - Moormerlander Anzeiger?. Da gab es auch eine Geschichte zu, ist aber schon einige Monate her.
    Hast du das Gedicht daher? oder aus einem Schulbuch? Im Netz ist von dem Autor nur der Lebenslauf zu finden.

    Grüße

    Reinhard
     
  5. Redis

    Redis Neuer Benutzer

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Hallo Reinhard,

    ich habe es aus der OZ! Ich fand es so schön, dass ich mir das aufgeschrieben habe.

    Die Geschichte dazu war, dass es auf einem hiesigen Friedhof wohl ein Grab mit einem schlichten Kreuz auf dem der Name Ruppa steht gibt. Es ist schon sehr alt und der Schreiber des Gedichts hat sich so seine Gedanken gemacht und sie mit diesem Gedicht in Worte gefasst.

    Dieses Mädchen ist wohl unter tragischen Umständen gestorben, als die "Zigeuner" mal wieder ihre Zelte im Auricher Raum aufgeschlagen hatten.

    Die Beisetzung soll sich schwierig gestaltet haben, weil die Geistlichen kein "Ungläubiges" Kind auf ihrem Friedhof begraben wollten. Nach langem hin und her ist das Mädchen dann doch in einer abgelegenen Ecke beigesetzt worden.

    LG

    Margret
     
  6. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Danke!





    :daumenhoch:
     
  7. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Den Anhang 1853 betrachten



    Ärgere dich nicht darüber, dass der Rosenstrauch Dornen trägt,
    sondern freue dich darüber, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.
    aus Arabien


    ---------------------------
    Meine Rosen

    Ja, mein Glück, es will beglücken,
    alles Glück will ja beglücken.
    Wollt ihr meine Rosen pflücken?
    Müßt euch bücken und verstecken
    zwischen Fels und Dornenhecken,
    oft die Fingerchen euch lecken!
    Denn mein Glück es liebt das Necken!
    Denn mein Glück es liebt die Tücken!
    Wollt ihr meine Rosen pflücken?
    Friedrich Nietzsche
     
  8. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Wie ich dir begegnen möchte

    Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen,

    dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten,
    dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen,
    zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen,
    dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen,
    dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
    mich von dir verabschieden,
    ohne Wesentliches versäumt zu haben,
    dir meine Gefühle mitteilen,
    ohne dich dafür verantwortlich zu machen,
    dich informieren, ohne dich zu belehren,
    dir helfen, ohne dich zu beleidigen,
    mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen,
    mich an dir freuen - so wie du bist!

    Alter englischer Wanderspruch

    Den Anhang 1878 betrachten
     
  9. Kaschek

    Kaschek Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Jeder weiß, was so ein Maikäfer [​IMG]
    für ein Vogel sei.
    In den Bäumen hin und her
    Fliegt und kriecht und krabbelt er.
    Max und Moritz, immer munter,
    Schütteln sie vom Baum herunter.
    In die Tüte von Papiere
    Sperren sie die Krabbeltiere.
    Fort damit und in die Ecke
    Unter Onkel Fritzens Decke!
    Bald zu Bett geht Onkel Fritze
    In der spitzen Zipfelmütze;
    Seine Augen macht er zu,
    Hüllt sich ein und schläft in Ruh.
    Doch die Käfer, kritze, kratze!
    Kommen schnell aus der Matratze.
    Schon fasst einer, der voran,
    Onkel Fritzens Nase an.
    "Bau!" schreit er. "Was ist das hier?"
    Und erfasst das Ungetier.
    Und den Onkel, voller Grausen,
    Sieht man aus dem Bette sausen.
    "Autsch!" - Schon wieder hat er einen
    Im Genicke, an den Beinen;
    Hin und her und rundherum
    Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.
    Onkel Fritz, in dieser Not,
    Haut und trampelt alles tot
    Guckste wohl, jetzt ist's vorbei
    Mit der Käferkrabbelei!
    Onkel Fritz hat wieder Ruh
    Und macht seine Augen zu.

    Wilhelm Busch (1832-1908)

    [​IMG]


     

    Anhänge:

  10. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Nach einem Regen

    Sieh, der Himmel wird blau;
    die Schwalben jagen sich
    wie Fische über den nassen Birken.
    Und du willst weinen?

    In deiner Seele werden bald

    die blanken Bäume und blauen Vögel
    ein goldnes Bild sein.
    Und du weinst?

    Mit meinen Augen

    seh ich in deinen
    zwei kleine Sonnen.
    Und du lächelst.



    Richard Dehmel

     
  11. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Die Rosen im Garten


    Die Rosen im Garten blühn zum zweiten Mal.
    Täglich schießen sie in dicken Bündeln
    In die Sonne. Aber
    die schwelgerische Zartheit ist dahin,
    Mit der ihr erstes Blühen sich im Hof
    des weiß und roten Sternenfeuers wiegte.
    Sie springen gieriger,
    wie aus aufgerissenen Adern strömend,
    Über das heftig
    aufgeschwellte Fleisch der Blätter.
    Ihr wildes Blühen
    ist wie Todesröcheln,
    Das der vergehende Sommer
    in das ungewisse Licht des Herbstes trägt.



    Ernst Stadler

     
  12. Kaschek

    Kaschek Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Schlaflos

    Geboren in eine Welt der unmerklichen Entfremdung
    und tausend Versuche ihr zu entfliehen:
    Hundert Menschen, die einem nahestehen
    Zehn, die man symphatisch findet
    Einen, den man zu lieben glaubt.
    Und niemals wirklich die Gewißheit
    einer geglückten Flucht.
    Für Augenblicke
    Begreifen, Erzittern und Vergehen
    kurz vor dem Einschlafen.
    Dann nur noch gleichmäßiger Atem.

    by Martin Mooz


    [​IMG]
    Wölfe GB Pics




     
  13. Panzer

    Panzer Aktives Mitglied

    Da ist er wieder, dieser Martin Mooz. Und immer unverschämt gut für mich. Danke, Manu.
     
  14. Kaschek

    Kaschek Guest

  15. Savant

    Savant Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Die anderen Brücken




    Du hast einen schönen Beruf,
    sagte das Kind zum Brückenbauer,
    es muss schwer sein, Brücken zu bauen.
    *
    Wenn man es gelernt hat, ist es leicht,
    Brücken aus Beton und Stahl zu bauen.
    Die anderen Brücken sind viel schwieriger,
    sagte er, die baue ich in meinen Träumen.
    *
    Welche andere Brücken? fragte das Kind.
    Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an.
    Er wusste nicht, ob es verstehen würde.
    *
    Dann sagte er: Ich möchte eine Brücke bauen,
    von der Gegenwart in die Zukunft.
    Ich möchte eine Brücke bauen,
    von einem zum anderen Menschen.
    Von der Dunkelheit in das Licht,
    von der Traurigkeit zur Freude.
    Ich möchte eine Brücke bauen von der Zeit in die
    Ewigkeit. Über alles Vergängliche hinweg.
    *
    Das Kind hatte aufmerksam zugehört.
    Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber,
    das der alte Brückenbauer traurig war.
    Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte,
    sagte es: Ich schenke dir meine Brücke.
    *
    Und das Kind malte für den Brückenbauer
    einen bunten Regenbogen.

    (Anne Steinwart)











     
  16. Kaschek

    Kaschek Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Vielleicht löst sich mit diesem Gedicht die Frage nach der Emanzipation auf.

    Als ich mich selbst zu lieben begann.

    Als ich mich selbst zu lieben begann
    konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
    nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
    Heute weiß ich, das nennt man "Authentisch-Sein."

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt,
    ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
    obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
    noch der Mensch dazu bereit war,
    auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
    Heute weiß, das nennt man "Selbstachtung".

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, mich nach einem anderen
    Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles
    um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
    Heute weiß ich, das nennt man "Reife".

    Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
    habe ich verstanden, dass ich immer und bei
    jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen
    Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist
    – von da konnte ich ruhig sein.
    Heute weiß ich, das nennt sich "Selbstachtung".

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben
    und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte
    für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das,
    was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe
    und mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art
    und Weise und in meinem Tempo.
    Heute weiß ich, das nennt man "Ehrlichkeit".

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für
    mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
    und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
    weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das
    "gesunden Egoismus",
    aber heute weiß ich, das ist "Selbstliebe".

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
    so habe ich mich weniger geirrt.
    Heute habe ich erkannt, das nennt man "Einfach-Sein".

    Als ich mich selbst zu lieben begann,
    da erkannte ich, dass mich mein Denken
    armselig und krank machen kann, als ich jedoch
    meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand
    einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne
    ich heute "Herzensweisheit".

    Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
    Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
    denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
    und es entstehen neue Welten.
    Heute weiß ich, das ist das Leben!

    Charlie Chaplin

     
  17. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Man mische 7 Pfund Palmin
    Mit gleichviel Milch und Terpentin.
    Dann füge man ein Hühnerei
    Und etwas Öl nebst Essig bei.
    Dies nun zu festem Brei gerührt,
    Wird dann in einen Strumpf geschürt.
    Das ganze lässt man 13 Wochen
    In lauem Seifenwasser kochen.
    Dann wird es mit Gelee garniert
    Und im verdeckten Topf serviert.
    (Doch halte man zu rechter Zeit

    Ein offenes Töpfchen sich bereit.)

    (Joachim Ringelnatz)
     
  18. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Liebeslied

    Helle Länder sind deine Augen.
    Vögelchen sind deine Blicke,
    Zierliche Winke aus Tüchern beim Abschied.

    In deinem Lächeln ruh ich wie in spielenden Booten.
    Deine kleinen Geschichten sind aus Seide.

    Ich muss dich immer ansehen.


    Alfred Lichtenstein
     
  19. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Das Heu liegt tot am Wege

    Das Heu liegt tot am Wege,
    Wir gingen ohne zu sehen,
    Und Amselsang im Gehege,
    Wir hörten es kaum im Gehen.

    Wir waren still wie Erde,
    Wie zwei, die man begraben;
    Unsere Seelen mit dunkler Gebärde
    Durchzogen den Himmel wie Raben.

    Max Dauthendey
     
  20. steelcook

    steelcook Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    Eva Strittmatter

    Morgens Abends

    Eines Morgens siehst du: aus der Schonung wurde ein Wald.
    Eines Abends begreifst du: diesen Sommer wurdest du alt.
    Dem Juniende sind schon Spuren vom Herbst beigemischt.
    Die langen langen Regen haben die Zeiten verwischt.
    Die roten Rosen weinen und welken ohne Duft.
    Würde die Sonne scheinen, röteten sie die Luft.
    Eines Morgens siehst du das erste gilbende Blatt.
    Eines Abends begreifst du, dass einer dich nicht geliebt hat.
    Deine nässekalten Hände halten einander fest.
    Niemals ist alles zu Ende, immer bleibt noch ein Rest,
    Eine Rose nach dem Regen und manchmal nach dem Schnee.
    Man muss sich weiterbewegen, das ist, was ich versteh.
    Eines Morgens siehst du, der Himmel ist blau über dir.
    Eines Abends begreifst du, was das heißt, du bist noch hier.
     
  21. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

    An die Freunde


    Wieder einmal ausgeflogen,
    Wieder einmal heimgekehrt;
    Fand ich doch die alten Freunde
    Und die Herzen unversehrt.

    Wird uns wieder wohl vereinen
    Frischer Ost und frischer West?
    Auch die losesten der Vögel
    Tragen allgemach zu Nest.

    Immer schwerer wird das Päckchen,
    Kaum noch trägt es sich allein;
    Und in immer engre Fesseln
    Schlinget uns die Heimat eln.

    Und an seines Hauses Schwelle
    Wird ein jeder festgebannt;
    Aber Liebesfäden spinnen
    Heimlich sich von Land zu Land.

    Theodor Strom
     
  22. irmi_Keller

    irmi_Keller Bekanntes Mitglied

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    [​IMG] Gstebuchbilder - GB Pics - Jappybilder - GBpics.eu


    Schmetterlinge

    Wer Schmetterlinge lachen hört
    der weiß , wie Wolken schmecken,
    der wird im Mondschein
    ungestört von Furcht
    die Nacht endecken.

    Der wird zur Pflanze wenn er will
    Zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
    und kann in einer Stunde
    durchs ganze Weltall reisen.

    Er weiß, dass er nicht´s weiß
    wie alle andern auch nicht´s wissen,
    nur weiß er, was die andereren
    und er noch lernen müssen.

    Wer sich in fremde Ufer spürt
    und Mut hat sich zu recken
    der wird allmahlich ungestört
    von Furcht sich selbst entdecken.

    Abwärts zu den Gipfeln
    seiner selbst blickt er hinauf
    den Kampf mit seiner Unterwelt
    nimmt er gelassen auf.

    Wer Schmetterlinge lachen hört,
    der weiß wie Wolken schmecken
    der wird im Mondschein
    ungestört von Furcht
    die Nacht entdecken

    Der mit sich selbst in Frieden lebt
    der wird genau so sterben
    und ist selbst dann lebendiger
    als manche seiner Erben

    Tarlo Kurges
     
  23. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

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    Das ganze mal in Musikform:

     
  24. irmi_Keller

    irmi_Keller Bekanntes Mitglied

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    @ Wolle DANKE
     
  25. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

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    Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren.......



    Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
    Sind Schlüssel aller Kreaturen
    Wenn die so singen, oder küssen,
    Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
    Wenn sich die Welt ins freye Leben
    Und in die Welt wird zurück begeben,
    Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
    Zu ächter Klarheit wieder gatten,
    Und man in Mährchen und Gedichten
    Erkennt die wahren Weltgeschichten,
    Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
    Das ganze verkehrte Wesen fort
    .

    Novalis
     
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