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Gedichte, Lyrik und Balladen

Dieses Thema im Forum "Literatur, Lyrik, Poesie + Druckmedien" wurde erstellt von Kaschek, 14 Februar 2011.

  1. Kaschek

    Kaschek Guest

    Schneewispern

    In meinem Gefieder
    noch immer
    der zarte Schnee
    von Winterpusteblumen.

    Doch ungeduldig

    in Vorahnungen enteilend
    ziehen meine Schwingen schon
    durch den Blütenregen
    der, in ferne Träume gesponnen
    sich schlafend noch
    an kahle Zweige schmiegt.

    Ich gehe

    sie beflüstern
    ein wenig früher
    zu erwachen.

    by Martin Mooz
    (dessen Genehmigung ich für die Veröffentlichung habe)





     


  2. Kaschek

    Kaschek Guest

    "Von Guten Mächten" - mit Cassandra Steen und Glashaus nach einem Text von Dietrich Bonhoeffer, den er kurz vor seiner Ermordung durch die Nazis im KZ schrieb. "Noch will das Alte unsere Herzen quälen...!" :( Wenn man diesen Text betrachtet, mit dem Hintergrund der damaligen Situation - sehr bewegend und traurig.

    : Dietrich Bonhoeffer: Von guten Mächten treu und still umgeben

     
  3. Kaschek

    Kaschek Guest

    Leben wir nur
    zur eigenen Lust?
    Oder sollen wir weinen
    mit der weinenden Welt?
    Wie viele haben
    aus anderer Herzen
    das Blut gesogen,
    ohne Strafe!
    Wie viele vergossen
    für andre
    ihr eigenes Herzblut,
    ohne Lohn!
    Doch wer sein Leben opfert,
    tut's nicht um Lohnes willen;
    er opfert es hin
    der Menschheit zu nützen.
    Nützt es - oder nicht?
    Das ist die Frage der Fragen,
    nicht "Sein oder Nichtsein"!

    Petöfi Sándor

    Ungarischer Dichter und Freiheitskämpfer
     
  4. Panzer

    Panzer Aktives Mitglied

    Ich sag es nicht das erste Mal - und bestimmt auch nicht das letzte Mal: Dieser Martin Mooz schreibt wunderschöne Gedichte (siehe Beitrag 1). Die letzten vier Zeilen sind genial. Danke fürs Einstellen, Manu. :)
     
  5. Kaschek

    Kaschek Guest

    Spurensuche

    Geworfen aus allen Bahnen
    die fuhren nach Irgendwo.

    Neben den Gleisen
    verwischte Spuren
    im Sand der Jahre.

    Nur ein Träumer
    erkennt Sandburgen
    die von fernen Stränden
    noch immer nachwehen.

    Einst von kindlichen Händen
    aus Ozean und Sand
    zu weichem Matsch geformt

    liegt Ähnliches
    in heutigen Händen.

    Nur das Meer ist fern.
    Sehr fern.

    by Martin Mooz

    [​IMG]
     
  6. Kaschek

    Kaschek Guest

    Erich Fried - Das Meer!

     
  7. Kaschek

    Kaschek Guest

    Das Geheimnis der Liebe



    Die Liebe ist eine natürliche Schwäche,
    die uns vom ersten Menschen vererbt worden ist.


    Die Liebe verbindet unsere Gegenwart
    mit den Wurzeln unserer Vergangenheit
    und mit dem Dorn unserer Zukunft.

    Die Liebe ist ein tödliches Gift,
    das durch schwarze Vipern,
    die aus Höllengrotten hervorgekrochen sind,
    eingeflößt wird.


    Dieses Gift scheint frisch wie der Tau zu sein,
    und die durstige Seele trinkt es in großen Schlucken.
    Aber wenn er erst berauscht ist,
    wird der Trinker von Sehnsucht erfaßt
    und wird einem schmerzhaften Tod erliegen.

    Die Liebe ist ein Wein,
    der von den Verlobten des Morgengrauens kredenzt wird.
    Sie festigt die starken Seelen und erlaubt ihnen,
    sich bis zu den Sternen zu erheben.

    Die Liebe ist blinde Unwissenheit,
    in der die Jugend beginnt und aufhört.


    Die Liebe ist eine göttliche Erkenntnis,
    die es dem Menschen erlaubt zu sehen,
    was Götter sehen.

    Die Liebe ist ein Nebel,
    der blendet und die Seele daran hindert,
    das Geheimnis der Existenz zu durchschauen,
    so dass das Herz zwischen den Hügeln
    nur noch die zitternden Phantome der Begierde sieht
    und nur noch die Echos des Weinens der stummen Täler hört.

    Die Liebe ist das Ausruhen des Körpers
    in der Stille des Grabes,
    die Gelassenheit der Seele
    und die Tiefen der Ewigkeit.


    Die Liebe,
    das sind mein Vater und meine Mutter,
    und niemand außer ihnen kennt sie.


    So evoziert die Liebe im Vorbeigehen
    gleichsam den Widerschein ihrer Hoffnungen
    und ihrer Enttäuschungen;
    und das Geheimnis blieb immer gleichermaßen
    undurchschaubar.


    Die Liebe ist die einzige Blume,
    die wächst und die unabhängig von den Jahreszeiten blüht.

    Die Liebe ist die einzige Freiheit,
    die es auf der Welt gibt,
    denn sie erhebt den geist zu solchen Höhen,
    dass die Menschen und die Phänomene der Natur
    ihren Lauf nicht ändern können.

    Eine beschränkte Liebe verlangt,
    das geliebte Wesen zu besitzen,
    aber der,
    dessen Ich ein unendliches Meer ist,
    sucht nur seine eigenen Ufer.


    Die, die von der Liebe nicht zu Schülern
    erwählt worden sind,
    können ihre Rufe nicht hören.


    Die Hölle liegt nicht in der Qual.

    Die Hölle liegt im leeren Herzen.


    (Khalil Gibran)
     
  8. Joaquin

    Joaquin Administrator Mitarbeiter

    Ein Freund

    Wenn du den Tag ohne Kaffee beginnen kannst, ohne gereizt zu sein

    Wenn du immer fröhlich bist und Wehwehchen und Schmerzen ignorieren kannst

    Wenn du jeden Tag dasselbe essen kannst und dafür noch dankbar bist

    Wenn du Verständnis hast, dass die Menschen, die du liebst, manchmal ohne Grund ihre Aggressionen an dir auslassen

    Wenn du einen reichen Freund nicht besser als einen Armen behandelst

    Wenn du der Welt ohne Lüge und ohne Täuschung gegenüberstehen kannst

    Wenn du sagen kannst, dass es in deinem Herzen keine Vorurteile gegen die verschiedenen Rassen und Religionen gibt

    Wenn du bedingungslos lieben kannst, ohne Druck auszuüben oder Erwartungen zu haben

    Dann, mein Freund, bist du fast so gut wie dein Hund.
     
  9. Kaschek

    Kaschek Guest

    Martje Flors Trinkspruch

    Vor Tönning, auf Katharinenherd,
    Zechen Steenbocks Offiziere.
    Sie haben fleißig die Humpen geleert,
    Der Weiser zeigt auf früh viere.

    Durchs Fenster glüht das Morgenrot
    Auf die trunknen Cavaliere,
    Auf ihre Sturmhauben á la Don Quixote,
    Die verschobnen Bandeliere.

    Auf im Nacken schwankenden Federhut,
    Auf Koller und spiegelnde Sporen,
    Auf ihr in Hitze geratnes Blut,
    Auf manchen "hochedelgeboren".

    Der eine hats Elend, der andere lacht,
    Zwei haben den Pallasch gezogen,
    Der stiert vor sich hin wie in Geistesnacht,
    Der äfft nach den Fidelbogen.

    Zwei andre halten Verbrüderungsfest,
    "Herzbruder" schwimmt im Pokale.
    Und der unten am Tisch säuft Rest aus auf Rest
    Und denkt an keine Finale.

    Da tritt ein kleines Mädchen herein,
    Und steht mitten im wüsten Quartiere.
    Martje Flor ists, des Wirtes Töchterlein,
    Zehn Jahr' nach dem Taufpapiere.

    Sie nimmt das erste beste Glas
    und hebt sich auf die Zehe:
    "Auf daß es im Alter, ich trink euch das,
    Im Alter uns wohlergehe".

    Mit weit offnem Munde, mit bleichem Gesicht
    Steht die ganze besoffne Bande
    Und starrt entsetzt und rührt sich nicht,
    Und steht wie am Abgrundsrande. -

    In Schleswig denken sie heut noch erbost
    An die schwedschen Klauen und Klingen
    Und denken dankbar an Martjes Toast,
    Wenn sie die Becher schwingen.

    Detlev von Liliencron
     
  10. Kaschek

    Kaschek Guest

    Auf Platt ist es schöner. Martje ist die alte Form des Namens Martha. Ich finde ein schöner Name. :)

    Martje Flor
    Op Martje Flor! - Vör männich Johr
    huus Steenbuck mit sien Rasselbann'
    in 't Eiderstedtsche, as förwohr
    en Trupp vun Turkos husen kann.
    Se plünnern, stohlen, seng'n un brenn'n,
    vertehren mager, fehr un fett;
    keen Koh weer seker op de Fenn,
    keen Fru in 'n Huus, keen Kind in 't Bett.
    Bi Garding leeg en Hoff in 'n Lann',
    de Haubarg as en lüttje Kark,
    dor leeg ool Steenbuck mit sien Bann'
    un Herr un Heer de dreven 't arg.
    De Wien worr drunken ut den Kroos,
    de Keller lerrig un de Köök,
    de Koh worr eten ut de Boos,
    Speck ut den Rook un ut de Löök.
    De Buur mit all, wat kunn, weer flücht',
    mit Knecht un Maagd, mit Föhr un Fohr,
    blot een lütt Diern de bleev torüch,
    dat weer de Dochter, Martje Flor.
    Weer eensam bleven mang de Bann',
    en Mäden, even ut de School,
    muss maken mit ehr lütten Hann'n,
    muss schaffen, dat de Dischen vull.
    Do, as se doven, vull un dull,
    do worr se ropen an den Disch;
    "Kumm her un schenk dien'n Beker vull!
    Drink en Gesundheit! Nu man frisch!"
    Bleek worr dat Mäden as de Wand,
    doch mang dat Kriegsvolk unverzaagt
    se reep, den Beker in de Hand:
    "Dat gah uns woll op ole Daag!"
    Still worr de Larm. Op heel de Rohr.
    Un männich rohge Kriegsgesicht
    sä, as in Andacht: "Martje Flor
    hett Recht! Dat Öller hollt Gericht!"
    Vun 'n Haubarg morgens, still un sach,
    dor trock dorvun dat wille Korps.-
    Drum slutt noch jede Buurgelag:
    Mit dien Gesundheit, Martje Flor!
     
  11. Kaschek

    Kaschek Guest

    Dieses Gedicht von Heinrich Heine gefällt mir gerade. :)

    Das Glück ist eine leichte Dirne
    Und weilt nicht gern am selben Ort;
    Sie streicht das Haar dir von der Stirne,
    Und küßt dich rasch und flattert fort.
    Frau Unglück hat im Gegenteile
    Dich liebefest ans Herz gedrückt;
    Sie sagt, sie habe keine Eile,
    Setzt sich zu dir ans Bett und strickt.
     
  12. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    Anton Wldgans - 1881 - 1932

    Auf den Tod einer großen Hure



    Eine große Hure ist gestorben,
    Sie besangen Dichter, sie verwirrte Denker,
    Mächtige des Goldes, Staatenlenker
    Haben sie umworben und verdorben.

    Gattinnen verweinten Schmerz und Wut
    Ihrethalben in verwaiste Kissen,
    Freunde lernten Freunde hassen, Blut
    Floß um Liebespfänder, ihr entrissen.

    Im Begiergetümmel, Glied an Glied,
    Auf dem Feld zerstampfter Frauenehre
    Riß sie die gezückten Männerspeere
    In den Schoß sich als ein Winkelried.

    Auf dem letzten Schragen liegt sie nun,
    Ein Kadaver, eingeschrumpft zum Kind:
    Süße Mumie, gib Laut! Wo sind
    Jetzt die Kavaliere, die aus deinen Schuhn
    Den Champagner tranken? - Fort wie Wind.

    Von dem Siechenhaus des Dorfs, aus dem sie kam
    Einst als reines Blut ins große Leben,
    Humpelt's, hüstelt's: Triefaug, Blöd und Lahm
    Wollen ihr die letzte Ehre geben!

    Gähnend gürtet sich das Zingulum
    Der Kaplan zum Dienst der Bettelleiche.
    Kaum ein Wachsstumpf brennt im Heiligtum
    Für den Sarg aus nachgemachter Eiche.

    Vaterunser plärrt ein Pfründnerweib,
    Ohne Trinkgeld läutet faul der Türmer,
    Und im Lehmloch rüsten schon die Würmer
    Zu dem Schmaus an diesem Elendsleib!



     
  13. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    Dort wucherte Mohn

    Wir gingen in helle Kornfelder hinein.
    Dort wucherte Mohn rotfleckig am Rain,
    Fein klingen dort Ähren dem Ohr Melodein
    Und wiegen die Köpfe leise und träge,
    Und heiße Dinge liegen am Wege.
    Nicht Körner allein im Kornfeld gedeihn,
    Mohnrote Flecken, die lecken am Blut,
    Die können im Feld ein Brennen anstecken;
    Wir haben geküsst und nicht ausgeruht.



    Max Dauthendey
     
  14. Kaschek

    Kaschek Guest

    Das Fischermädchen

    Steht auf sand'gem Dünenrücken

    Eine Fischerhütt' am Strand;
    Abendrot und Netze schmücken
    Wunderlich die Giebelwand.

    Drinnen spinnt und schnurrt das Rädchen,

    Blaß der Mond ins Fenster scheint,
    Still am Herd das Fischermädchen
    Denkt des letzten Sturms und - weint.

    Und es klagen ihre Tränen:

    Weit der Himmel, tief die See,
    Doch noch weiter geht mein Sehnen,
    Und noch tiefer ist mein Weh.

    Fontane


     
  15. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    Scheidelied

    Wohl über die Heide geht ein Weg,
    Wo sich die Liebchen scheiden,
    Ein Hüttchen steht am Scheideweg,
    Gebaut von Trauerweiden.

    Und an der Hütt' ein Bächlein rinnt,
    Lieb Äuglein heißt die Quelle,
    Da steht ein Blümchen treu und sinnt
    Und kann nicht von der Stelle.

    Und wer das Blümchen liebend bricht,
    Dem muß das Herz auch brechen,
    Das Blümchen spricht: "Vergiß mein nicht!"
    Ich muß es nach ihm sprechen.

    "Vergiß mein nicht," du treues Herz,
    Bleib' treu mir in der Ferne,
    Ohn' dich ist alle Freude Schmerz,
    Ohn' dich sind dunkel die Sterne.

    Der Himmel ist so trüb und still,
    Die Sonne kann nicht scheinen,
    Ach, wenn ich von dir singen will,
    So kann ich nicht vor Weinen.

    O lieber Gott, sprich ihr ins Herz,
    Sprecht ihr von mir, ihr Sterne,
    Und blickt mein Liebchen himmelwärts,
    So sei sie mir nicht ferne.

    Clemens Brentano
     
  16. Kaschek

    Kaschek Guest


    Flüchtlingslied

    Fern der Heimat irrt als Flüchtling
    in der Ferne ich umher,
    und die meisten meiner Lieben,
    ach, ich find sie nimmermehr.

    Dort wo Kiefernwälder rauschen,
    Dort, ach dort, bin ich zuhaus,
    Wo die Oder leis sich schlängelt
    steht mein liebes Elternhaus.

    Ach die Lieben, die dort wohnten
    Sie sind verstreut im Wind.
    Keiner weiß wo sie geblieben
    Oder noch am Leben sind.

    Endlos ist mein ganzes Leben
    weil ich in der Fremde bin.
    Keiner mag mich hier verstehen,
    fühlt das ich ein Flüchtling bin.

    Murrisch morgens, murrisch abends
    murrisch jedes einzig Wort
    Keiner mag den Flüchtling sehen
    Jeder wünscht ihn wieder fort.

    Wer die Heimat nicht verloren
    Wem nicht selber Leid geschah
    kann die Leiden und die Sehnsucht
    eines Flüchtlings nie verstehen.

    Ach wie gern wär ich geblieben
    mit die Meinigen gern zuhaus
    Hatte Ruh dort und auch Frieden
    braucht nicht in die Welt hinaus.

    Doch das Schicksal wollte's anders
    irrt nun in der Welt umher
    finde meine teure Heimat
    und die Lieben nimmermehr.

    Hanns-Georg Pfeffer 1946
     
  17. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

    Begnüge dich, Liebste!

    Ich kann dir nicht, was andre schenken, schenken

    Und nicht die Welt aus den Gelenken lenken.
    Du darfst dich nicht auf Schmuck und Spitzen spitzen,
    Wirst nicht mit mir auf goldnen Sitzen sitzen.
    Jedoch, der ich des Dichters Habe habe,
    Vermag es, dass dich andre Labe labe:
    Schon fühl' ich es von Liederkeimen keimen,
    Ich will sie dir in goldnen Reimen reimen,
    Dass dir gar lieblich ihr Getöne töne,
    Und dich der Verse Schmuck verschöne, Schöne!

    von Heinrich Seidel
     
  18. Kaschek

    Kaschek Guest

    Komm, lieber Mai,
    und mache die Bäume wieder grün
    und lass mir an dem Bache
    die kleinen Veilchen blühn!
    Wie möchte ich doch so gerne
    ein Veilchen wieder Sehn,
    ach, lieber Mai, wie gerne
    einmal spazieren gehn!

    Zwar Wintertage haben

    wohl auch der Freuden viel:
    man kann im Schnee eins traben
    und treibt manch Kinderspiel,
    baut Häuserchen von Karten,
    spielt Blindekuh und Pfand,
    auch gibt's wohl Schlittenfahrten
    ins weite weiße Land.

    Doch wenn die Vögel singen

    und wir dann froh und flink
    auf grünem Rasen springen,
    das ist ein ander Ding!
    Jetzt muss mein Steckenpferdchen
    dort in dem Winkel stehn,
    denn draußen in dem Gärtchen,
    kann man vor Schmutz nicht gehn.



     
  19. Kaschek

    Kaschek Guest

    Die Kellerbude ist recht fein,
    es macht voll Spaß, dabei zu sein.

    Die Menschen hier, ich versichere Dir,
    trinken hin und wieder gerne Bier.
    Das Herz am rechten Fleck
    Humor und gute Laune - niemals Dreck.

    Joaquin mit der Klampfe
    denkt meist nur an die Mampfe

    Savant ist der Garant für Herzensangelegenheiten -
    ganz charmant.

    Bücherwurm - kiek mol an,
    schießt Fotos, da kommt keiner ran.

    Panzer ist der Chef vom Wettbüro,
    ein ganz Lieber - sowieso.

    Wolle trommelt wie ein Verrückter,
    bei Lotti ganz verzückt er.

    Rodi, ein feiner Kerl mit flotter Sohle,
    trieb es früher gern auf Kohle.

    Bluegrass - gebt gut Acht,
    sät hin und wieder Zwietracht.

    Redis, das muss ich wirklich sagen,
    vermisse ich schon in diesen Tagen.

    Die Trinity ist auch nicht fade,
    gibt dem Forum viel Farbe.

    Tiny und Möhre sind auch dabei,
    jung und frech - da guck ich in die Röhre.

    Alle Nichterwähnten - kein Verzagen,
    euch geht es beim nächsten Mal an den Kragen.

    Holladidaus - Das Gedicht ist aus!

    Den Anhang 1448 betrachten

     

    Anhänge:

  20. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    Immer neue Küsse gib


    Küss mich auf den Mund, mein Lieb,
    Immer neue Küsse gib.
    Welkt am Weinstock Blatt um Blatt,
    Man den Most im Keller hat.


    Ach, das Leben ist versüßt
    Dem, der sich durchs Leben küsst.
    Wer verkennt des Jahres Zweck,
    Dem nur schenkt der Herbst den Dreck.


    Liebste, drück mir auf den Mund
    Küsse wie die Blätter bunt,
    Küsse wie der junge Most,
    Und berauscht leb' ich getrost.


    Max Dauthendey
     
  21. Bücherwurm

    Bücherwurm Aktives Mitglied

    Glaube nur

    Wenn im Sommer der rote Mohn
    Wieder glüht im gelben Korn,
    Wenn des Finken süßer Ton
    Wieder lockt im Hagedorn,
    Wenn es wieder weit und breit
    Feierklar und fruchtstill ist,
    Dann erfüllt sich uns die Zeit,
    Die mit vollen Maßen misst,
    Dann verebbt, was uns bedroht,
    Dann verweht, was uns bedrückt,
    Über dem Schlangenkopf der Not
    Ist das Sonnenschwert gezückt.
    Glaube nur! Es wird geschehn!
    Wende nicht den Blick zurück!
    Wenn die Sommerwinde wehn,
    Werden wir in Rosen gehn,
    Und die Sonne lacht uns Glück.

    Otto Julius Bierbaum
     
  22. Gast269

    Gast269 Guest

    "Der Liebende" aus dem Hesse-Projekt :rolleyes:

     
  23. Kaschek

    Kaschek Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

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    Alte Rose [​IMG]
    Eine Rosenknospe war
    Sie, für die mein Herze glühte;
    Doch sie wuchs, und wunderbar
    Schoß sie auf in voller Blüte.

    Ward die schönste Ros' im Land,

    Und ich wollt die Rose brechen,
    Doch sie wußte mich pikant
    Mit den Dornen fortzustechen.

    Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt

    Und verklatscht von Wind und Regen -
    »Liebster Heinrich« bin ich jetzt,
    Liebend kommt sie mir entgegen.

    Heinrich hinten, Heinrich vorn,

    Klingt es jetzt mit süßen Tönen;
    Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
    Ist es an dem Kinn der Schönen.

    Allzu hart die Borsten sind,

    Die des Kinnes Wärzchen zieren -
    Geh ins Kloster, liebes Kind,
    Oder lasse dich rasieren.


    Heinrich Heine





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  24. Wolle

    Wolle Bekanntes Mitglied

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  25. Kaschek

    Kaschek Guest

    AW: Gedichte, Lyrik und Balladen

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    Heideröslein

    Sah ein Knab ein Röslein stehen,
    Röslein auf der Heide,
    War so jung und morgenschön,
    Lief er schnell es nah zu sehn,
    Sah's mit vielen Freuden.
    Röslein, Röslein, Röslein rot,
    Röslein auf der Heiden.
    Knabe sprach: ich breche dich,
    Röslein auf der Heiden!
    Röslein sprach: ich steche dich,
    Daß du ewig denkst an mich,
    Und ich will's nicht leiden.
    Röslein, Röslein, Röslein rot,
    Röslein auf der Heiden.
    Und der wilde Knabe brach
    's Röslein auf der Heiden;
    Röslein wehrte sich und stach,
    Half ihm doch kein Weh und Ach,
    Mußt es eben leiden.
    Röslein, Röslein, Röslein rot,
    Röslein auf der Heiden.
    [​IMG]
    Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)


    Ich bin gerade auf der Suche nach einer alten Englischen Rose, deren Name mir nicht einfällt und fand dabei diese schöne Seite mit Rosengedichten. Diese Rose hab ich mal im Glücksburger Rosarium bewundert und ihr Duft hat mich begeistert.

    Rosen-Gedichte aus der Weltliteratur

    Rosarium Glücksburg - Glücksburger Rosenkönigin | Glücksburger Rosenfest | Rosen Jensen-Lützow GmbH
     
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