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Die Kleine Hand zur Großen Hand

Dieses Thema im Forum "Literatur, Lyrik, Poesie + Druckmedien" wurde erstellt von Kindelini, 22 April 2005.

  1. Kindelini

    Kindelini Guest

    Die kleine Hand zur großen Hand

    Es sprach einmal die kleine Hand zur großen Hand:
    Du große Hand ich brauche dich,
    komm halt mich bitte fest,
    du bist für mich, ich glaube fast,
    so wie ein Vogelnest.
    Hab' ich mal Angst, dann bist du da,
    die ersten Gehversuche,
    hast du gehalten mich ganz zart,
    bist da wenn ich dich suche.
    Du, große Hand, ich bitte dich,
    bleib' immer nah bei mir,
    bin ich einmal so groß wie du,
    ich versprech's dann tauschen wir.

    Da sprach die große Hand zur kleinen Hand:
    Du kleine Hand, was glaubst du wohl,
    wie würde mir wohl sein?
    Du gingest fort und kämst nicht mehr,
    ich wäre ganz allein.
    Drum kleine Hand, nimm meine Hand
    und halte sie ganz fest
    ich möchte gern so lang ich kann
    für dich sein ein Vogelnest.

    Gruß Kindelin

    i :Luftballon
     


  2. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Da ich Oma geworden bin,widme ich dieses Gedicht meinem Enkelkindchen mit wunderschönen Gedichten
    von Thea Bellm


    GEBOREN
    Thea Bellm

    Ich bin da.

    Ich habe es geschafft.
    Es war schwer,
    und ich hatte Angst.
    Aus der wohligen Wärme
    kam ich in die Kälte,
    aus dem geborgenen Dämmern
    in ein helles Licht.
    Nun hänge ich zwischen Himmel und Erde
    und ringe nach Luft.
    Nichts anderes kann ich als schreien.
    Ich schreie - und atme - endlich.
    Ich bewege Arme und Beine;
    auf einmal habe ich Platz, viel Platz.
    Ich kann mich nirgends fest halten,
    nichts umgibt mich.
    Nichts anderes kann ich als schreien.
    Da umfaßt mich etwas,
    warm und leicht,
    und streichelt mich wieder
    und wiegt mich wieder,
    und ich höre eine Stimme,
    die ich lange schon kenne.
    Da bin ich ganz still,
    und ich weiß:
    Jetzt ist alles wieder gut.



    Deine Hand
    Ich habe Deine Hand,
    um sie zu halten,
    wenn Du alleine bist.

    Um sie zu streicheln,
    wenn Du Zärtlichkeit suchst.

    Um sie zu wärmen,
    wenn Du frierst.

    Um Dir aufzuhelfen,
    wenn Du gefallen bist.

    Um dich zu führen,
    wenn Du den Weg suchst.

    Um Dich zu beschützen,
    wenn Du Hilfe brauchst.

    Um bei Dir zu sein,
    wenn Du meine Nähe suchst.

    Um Dich zu stärken,
    wenn Du schwach bist.

    Um Dir zu zeigen, daß ich stets für Dich da bin.

    Um Dir wortlos zu sagen:
    Ich liebe Dich.


    Autor unbekannt
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 September 2015
  3. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Die beiden Hände

    Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
    Du große Hand, ich brauche dich,
    weil ich bei dir geborgen bin.
    Ich spüre deine Hand,
    wenn ich wach werde und du bei mir bist,
    wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
    wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
    wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
    wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.
    Ich bitte dich: Bleibe in meiner Nähe und halte mich.

    Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
    Du kleine Hand, ich brauche dich,
    weil ich von dir ergriffen bin.
    Das spüre ich,
    weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
    weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann,
    weil ich mit die kleine, wunderbare Dinge entdecke,
    weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe,
    weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
    Ich bitte dich: Bleibe in meiner Nähe und halte mich.


    (nach Gerhard Kiefel)



    Die beiden Hände



     
    Zuletzt bearbeitet: 30 September 2015
  4. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Ich kenn es z.B. so:
    von Gerhard Kiefel
    Die Beiden Hände


    Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
    Du, große Hand, ich brauche dich,
    so wie die Blume empor rankt am Holz, das ihr Halt gibt.
    Ich bedarf deiner Kraft und deiner Erfahrung
    mit all den Dingen, die du gestaltest.
    Ich möchte lernen von dir,
    wie man das Schwächere birgt, hegt und behütet,
    den jungen Vogel, der aus dem Nest fiel,
    und die Geschöpfe, die uns Menschen anvertraut sind,
    wie man einen Strauchelnden hält und dem
    Geängstigten Mut gibt,
    wie man das Unrecht wehrt
    und für das Notwendige einsteht.
    Ich bitte dich, dass ich dir zugewandt sein darf ohne Arg,
    und dass du nach Zeiten der Arbeit und Mühe
    mit mir spielen wirst und dich auftust dem Leben,
    das uns gemeinsam geschenkt ist.
    Und da sagte die große Hand zur kleinen Hand:
    Du, kleine Hand, ich brauche dich,
    damit ich nach den Hasten und Lasten der Tage
    einmal ausruhen kann und gelöst sein und feiern,
    hingegeben an Sonne und Wind.
    Ich möchte lernen von dir
    das so lange vergess´ne Vertrauen:
    Einer ist da, der mich hält und führt und begleitet!
    Mit dir möcht´ ich wieder ein Gebet versuchen,
    dass sich bittend dem hingibt,
    in dessen Treue wir alle geborgen sind,
    auch die Zweifler.
    Ich bitte dich:
    Wenn ich verkrampft bin in Zorn und Verzweiflung,
    müde und matt von den Niederlagen des Tages,
    sei bei mir wie heute,
    einfach hingehalten und offen,
    dass meine Schatten vertrieben werden vom Licht.
    Du kleine Hand,
    zeige mir immer wieder das Wunder,
    dass wir alle unsagbar geliebt sind.
     
  5. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

  6. Sonnenschein

    Sonnenschein Moderator Mitarbeiter

    Kleine Hand in meiner Hand
    Kleine Hand in meiner Hand,
    Ich und du im jungen Grase,
    Ich und du, im Kinderland
    gehen wir auf der langen Strasse:
    Deine Hand in meiner Hand!
    Kleine Hand in meiner Hand,
    Die einander zärtlich fassen:
    Ich und du, nichts hat Bestand.
    Einmal, ach! muss ich dich lassen,
    Kleine Hand aus meiner Hand.
    Kleine Hand in meiner Hand,
    Kleiner Schritt bei meinem Schritt,
    Kleiner Fuss im weiten Land:
    Einmal geh ich nicht mehr mit.
    Einmal gehst du ohne mich,
    Wie ein Traum mein Bild verblich.
    Friedrich Schnack

    Deine Hand in meiner Hand


     
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